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KOMMUNALPOLITIK

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Haftung für Millionen Ausfallbürgschaften der Stadt: 15,8 Millionen

Bürgschaften sind keine Erfindung aus Zeiten der Finanzmarktkrise, die Stadt Geislingen bürgt seit vielen Jahren für Kredite anderer. Der Bund hat jüngst geschwind Bürgschaften für Banken und Großunternehmen in Höhe von zig Milliarden Euro übernommen, um deren Kollaps zu verhindern. Da bäckt die Stadt Geislingen unspektakulär kleine Brötchen: Derzeit würde sie mit 15,8 Millionen Euro zur Kasse gebeten für Ausfallbürgschaften, sollten alle Stricke reißen. Das war aber noch nie der...

ZOB-Pfusch: Stadt trifft keine Schuld

Sorgfältige Klärung und Beseitigung der Mängel gefordert Pfusch am Bau, die Tragfähigkeit des Dachs am neuen Geislinger Zentralen Busbahnhof scheint falsch berechnet: "Mehr als ärgerlich", kommentierte dies CDU-Fraktionschef Holger Scheible jüngst im Rahmen seiner Etatrede im Gemeinderat. Er stellte aber auch klar: "Nach allem, was wir bisher wissen, haben sich die Stadt und ihre Mitarbeiter nichts vorzuwerfen." Die Stadt als Bauherr habe schließlich ein fehlerfreies und optisch einwandfreies...

Aus dem Geislinger Gemeinderat

Geislingens Oberbürgermeister Wolfgang Amann bedankte sich am Mittwoch am Ende der Jahresschlusssitzung "im Namen der Verwaltung und persönlich" für die gute Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat. Er erinnerte kurz an den ersten Bürgerentscheid in Geislingens Geschichte (zur Einkaufsgalerie auf dem Städtischen Sportplatz), an die Feiern zum Stadtjubiläum, an die Fortschritte bei der Stadtsanierung, die positive Entwicklung beim interkommunalen Gewerbepark Schwäbische Alb bei Türkheim und an...

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

„Der Takt bestimmt die Zeit, in der verschiedene Noten abgespielt werden müssen“. Ganz im Sinne von Wolfgang Amadeus Mozart gibt uns das Jahr in Vielem den Rahmen vor, in dem bestimmte Dinge erledigt werden müssen. Bei den meisten von uns führt dies dazu, dass wir es in der Adventszeit nicht „Adagio“ ausklingen lassen können, sondern sich das Tempo am Jahresende bis zum „Presto“ steigert. Nach unserem gelungenen Jubiläumsjahr „900 Jahre Geislingen“ wollen wir...

Die Stadt ist Behinderten-unfreundlich

Parkplätze in Geislingen nicht von Eis und Schnee geräumt Warum ist Geislingen eine so besonders Behinderten-unfreundliche Stadt?   Leider musste ich in der letzten Zeit, da wir schon eine Menge Schnee und Eis hatten, mehrfach feststellen, dass die ausgewiesenen Behindertenparkplätze, die der Stadt obliegen sowie die bei den Großmärkten, nicht von Schnee und Eis geräumt sind. Kann sich eigentlich keiner vorstellen, wie schwierig es ist, bei Schnee und Eis mit Krücken laufen...

Ich hätte mich an einen Baum ketten sollen

Es flimmert wieder am Sternplatz

Nachfrage trotz Finanzkrise

Wünsche mir Klärendes und Verständliches

An die älteren Menschen wird nicht gedacht

Lösung für B 466 gesucht

"Die größte Dummheit"

Bezüglich Städtischer Sportplatz die Probleme offen legen

Findet doch einen passenden Namen

FWV-Stadtrat Thomas Kellner scheidet aus

INTERVIEW MIT OBERBÜRGERMEISTER WOLFGANG AMANN:
Geschrieben von: Roderich Schmauz, Geislinger Zeitung   
Donnerstag, 01. Januar 2009 um 04:14
"Ich hoffe, dass die Analysten mit ihren Prognosen daneben liegen"
Geislingens OB verweist auf hohe Investitionen als Konjunkturprogramm für die heimische Bauwirtschaft und das Handwerk

Oberbürgermeister Wolfgang Amanns Hoffnung fürs kommende Jahr ist es, dass all die prophezeiten Krisenszenarien so nicht eintreffen. Das sagte er im Interview mit GZ-Redakteur Roderich Schmauz.

Oberbürgermeister Wolfgang Amann | Bildquelle: Geislinger ZeitungWas erhoffen Sie von 2009?
 
WOLFGANG AMANN: Ich hoffe, dass die Analysten mit ihren Prognosen zu 2009 so daneben liegen wie sie bisher schon in vielen Bereichen daneben lagen und das Jahr 2009 allen Unkenrufen zum Trotz besser ausfällt als prognostiziert.

Was befürchten Sie?
 
AMANN: Ich befürchte, wenn vieles schlechter geredet wird als es ist, dass es sich zum Schluss auf die Gesamtstimmung niederschlägt und dann doch noch das eintrifft, was befürchtet wird.
 
Sollte die Stadt nicht stärker auf die befürchtete Wirtschaftskrise reagieren - zum Beispiel durch Senkung der Gewerbesteuer oder durch deutlich höhere Bauinvestitionen in Gebäude und Straßen? Oder sollte sie jetzt im Gegenteil besonders sparsam sein, um für magere Jahre gewappnet zu sein?
 
AMANN: Die Senkung der Gewerbesteuer würde nicht den erhofften Erfolg bringen.
 
Wir müssen weiterhin das tun, was wir in den vergangenen Jahren mit Erfolg getan haben. In Geislingen haben wir vom antizyklischen Verhalten nicht nur geredet, wir haben es praktiziert. So haben wir mit unseren Sanierungsgebieten am Sternplatz und in unserer Altstadt viel Geld in die Hand genommen, um eine deutliche Aufwertung zu erreichen. Davon haben die Anwohner sowie Handel und Gewerbe aber auch die Bauwirtschaft und das Handwerk profitiert. Wir haben über die letzten zehn Jahre über zehn Millionen Euro in die Modernisierung unserer Schulen investiert und im nächsten Jahr werden es wieder 1,7 Millionen Euro sein. Dies kommt nicht nur unseren Schulen, sondern ebenfalls wieder der Bauwirtschaft und dem Handwerk zugute. Unsere städtische Tochter GSW tut dies in gleicher Weise. Im kommenden Jahr sind erneut Investitionen von 3,3 Millionen Euro vorgesehen. In den letzten drei Jahren waren es insgesamt 15 Millionen Euro.
 
Diese Beispiele machen deutlich, dass wir schon immer ein Investitionspaket für die Wirtschaft geschnürt haben - und dies bei sparsamster Haushaltsführung. Die Hände in den Schoß zu legen und gar nichts zu tun, wäre fatal.
 
Welches sind die wichtigsten kommunalen Aufgaben im kommenden Jahr?
 
AMANN: Neben den bereits genannten Aufgaben wird die Ansiedlung von zwei Anlagen der regenerativen Energieerzeugung in unserem interkommunalen Gewerbepark eine zukunftsweisende Entwicklung sein. Darüber hinaus wollen wir das Projekt Kombibad endgültig auf den Weg bringen sowie den Bau des Einkaufszentrums auf dem Städtischen Sportplatz und das Büro- und Ärztehaus am Sternplatz.
 
Die Schaffung von weiteren Plätzen für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren ist in gleicher Weise ein wichtiges Anliegen. In den Schulen werden wir uns der Ausweitung des Ganztagesschulbetriebes auf die Grundschulen annehmen.
 
Nach dem Bürgerentscheid ist es um die Einkaufsgalerie auf dem Städtischen Sportplatz still geworden.
 
AMANN: Es mag sein, dass dieser Eindruck nach außen entsteht. Doch irgendwann müssen ja auch mal die notwendigen Vorarbeiten für den Bebauungsplan gemacht werden. Im Übrigen ist dies nichts Neues, sondern mehrfach über die Gemeinderatssitzungen und die Bürgerversammlungen mitgeteilt worden. Ein Bebauungsplanverfahren dauert nun mal mindestens ein halbes Jahr, auch das ist nichts Neues.
 
Auch die Planungsphase für das Biogasprojekt und das Kombibad ziehen sich ziemlich hin.
 
AMANN: Hier gilt das Gleiche. Unsere eigene Baurechtsbehörde arbeitet schnell und zügig, doch bei umfänglichen Verfahren sind übergeordnete Behörden zu beteiligen. Und wenn man eine Vielzahl Träger öffentlicher Belange einzuschalten hat und diese Stellungnahmen abzugeben haben, dann kann sich jeder ausmalen, wie lange so etwas dauert. Es passt einfach nicht zusammen, dass einerseits geklagt wird, dass Genehmigungsverfahren zu lange dauern, andererseits gefordert wird, möglichst viele bei Genehmigungsverfahren zu beteiligten. Dies ist förmlich die Quadratur des Kreises.
 
Die Planung des B 10-Weiterbaus bis Geislingen steht bevor. Rechnen Sie mit Widerstand von negativ betroffenen Bürgern?
 
AMANN: Viele Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt sehnen den Tag herbei, an dem die B 10 neu an unserer Stadt vorbeiführt. Erfreulich ist, dass sich die Bürgeraktion B 10 neu, die von vielen Bürgern getragen wird, seit über zehn Jahren sehr engagiert für den schnellen Weiterbau einsetzt und dies mit Erfolg. Nicht auszuschließen ist jedoch, dass, wenn es dann konkret wird, Einzelne Nachteile durch die B 10 neu für sich befürchten. Wobei die Planung, die bereits im Rahmen einer Bürgerversammlung vorgestellt wurde, dies nicht erwarten lässt.
 
Wie lauten Ihre konkreten Prognosen? Wie hoch wird die Arbeitslosigkeit Ende 2009 im Raum Geislingen sein? Derzeit sind es ja noch sensationell niedrige 3,3 Prozent?
 
AMANN: Hierzu Aussagen zu treffen ist wie Kaffeesatzleserei! Die Arbeitslosenquote wird vermutlich Ende 2009 um 1 bis 1,5 Prozent höher liegen.
 
Wie hoch sind die Steuereinnahmen der Stadt Geislingen am Jahresende 2009 tatsächlich, gemessen an den im Haushaltsplan veranschlagten 20 Millionen Euro?
 
AMANN: Ich denke, dass die im Haushalt veranschlagten Gesamtsteuereinnahmen in Höhe von 20 Millionen Euro erreicht werden.
 
Wie hoch fällt die Wahlbeteiligung bei den Gemeinderatswahlen in Geislingen aus? Vor fünf Jahren lag sie bei 46 Prozent?
 
AMANN: Die Wahlbeteiligung wird gegenüber 2003 vermutlich etwas geringer ausfallen. Ich vermute, sie wird zwischen 40 und 45 Prozent liegen.

 
"Unheimlich ruhig"
Geschrieben von: Roderich Schmauz, Geislinger Zeitung   
Dienstag, 23. Dezember 2008 um 11:26
Einkaufsgalerie: SPD ist misstrauisch - Aubele: Arbeit hinter den Kulissen

Warum ist es um die geplante Einkaufsgalerie auf dem Städtischen Sportplatz so still geworden? Weil der zunächst dazu nötige Bebauungsplan seine Zeit braucht, heißt es aus der Stadtverwaltung.

 Heftige kontroverse Diskussionen wurden zu Jahresbeginn über die geplante Einkaufsgalerie "Nel Mezzo" (In der Mitte) am Städtischen Sportplatz in Geislingen geführt. Seit dem knapp gescheiterten Bürgerentscheid vom 13. April gegen das Zig-Millionen-Projekt tut sich scheinbar nichts mehr. Letzter Akt war, dass die Stadt am 2. Oktober das Gelände an den niederländischen Investor Ten Brinke verkauft hat.
 
Mehr oder weniger kritische Anmerkungen machten dazu die Fraktionssprecher in ihren Etatreden. Das Einkaufszentrum soll den Handel in der Stadt stärken, erinnerte Holger Scheible (CDU). Er drängt auf "eine alsbaldige Inangriffnahme der Baumaßnahme, denn wir wollen, dass diese Maßnahme der Strukturpolitik auch zeitnah greift."

Deutlich skeptischere Töne schlug die SPD an: "Seltsam, fast unheimlich ruhig ist es um das Sportplatzareal geworden," konstatierte Dr. Hansjürgen Gölz. "Was wird dort wirklich geplant? Ist das Projekt Nel Mezzo eigentlich noch das gleiche, über das wir abgestimmt haben", fragte er. Er vermisst noch eine Analyse, wie sich das Einkaufszentrum auf die bisherigen Handelslagen in der Stadt auswirkt. Nachdrücklich kritisierte der SPD-Fraktionschef, dass die Stadt ohne Rücksprache mit dem Gemeinderat auf ein Rückkaufrecht für das Areal verzichtet habe. "Wir fühlen uns schlecht informiert und in unseren Rechten missachtet." Gölz beantragte eine baldige Aussprache im Gemeinderat.
 
Für die GAL fragte Bernhard Lehle mit Blick auf die Immobilienkredit-Blase, deren Platzen zur Finanzkrise geführt hat, ob demnächst die "Einkaufszentren-Blase" platze und auf dem Städtischen Sportplatz lange Gesichter hinterlasse. Lehle ist ohnehin nicht klar, "wer sein nicht vorhandenes Geld in die jetzt nicht nur bei uns entstehenden Konsumtempel tragen soll."
 
Auf Nachfrage der GEISLINGER ZEITUNG gab Alwine Aubele, Leiterin der Stadtplanung, zu bedenken, dass für das Einkaufszentrum zunächst ein Bebauungsplan aufgestellt werden müsse. Und das brauche eben seine Zeit: "Hinter den Kulissen wird gearbeitet." Investor Ten Brinke hat ein Fachbüro für Bauleitplanung bei Frankfurt beauftragt. Bei Dritten in Auftrag gegeben wurden ein Verkehrs- und ein Lärmgutachten, als Grundlage für den Bebauungsplan. Der werde in enger Abstimmung mit der Geislinger Stadtplanung erstellt, hob Aubele hervor. Dass es sich um zeitaufwendige Grundlagenarbeiten handle, sagte eine Planerin des hessischen Fachbüros: "Die unterschiedlichsten Belange müssen berücksichtigt und in eine rechtssichere Form gebracht werden."
 
Laut Aubele kommt ein vereinfachtes Bebauungsplanverfahren zum Tragen, bei dem der Gemeinderat mit dem Aufstellungs- zugleich den Auslegungsbeschluss fasst. Sie rechnet damit "frühestens im März." Auslegung bedeutet eine erneute Phase der Bürgerbeteiligung, in der Einwohner und sogenannte Träger öffentlicher Belange zum Plan Stellung beziehen können. Dieser Verfahrensschritt dauert weitere drei Monate, sodass der Bebauungsplan vom Gemeinderat im Juni oder Juli als Satzung beschlossen werden könnte. Parallel dazu kann nach Einschätzung Aubeles der Investor sich daranmachen, das Baugesuch auszuarbeiten. Nach dieser Rechnung könnte im Herbst 2009 Baubeginn sein.

 
Stellungnahmen der Fraktionssprecher zum Geislinger Haushaltsplan
Geschrieben von: Roderich Schmauz, Geislinger Zeitung   
Donnerstag, 18. Dezember 2008 um 18:27
Wenn eine Hiobsbotschaft zur Wirtschaftsentwicklung die vorige toppt, wie verlässlich sind dann noch die Zahlen, auf denen der Geislinger Etat 2009 basiert? Diese Frage zog sich gestern durch die Haushaltsreden.

Holger ScheibleHaushaltsplanung unter dem Damoklesschwert einer Wirtschaftsrezession. Alle Fraktionssprecher, die gestern in ihren insgesamt zweistündigen Reden in der Jahresschlusssitzung des Geislinger Gemeinderats zum Etatentwurf der Stadtverwaltung Stellung bezogen, stellten die bange Frage, wann welche Steuerprognosen nach unten korrigiert werden müssen. Geislingen habe mit schmerzhaften Konsolidierungsanstrengungen seine Hausaufgaben in den letzten Jahren gründlich gemacht, meinte CDU-Fraktionschef Holger Scheible. Wenn jetzt eine Rezession aufziehe, treffe das die Stadt immerhin nicht unvorbereitet. "Wir haben inzwischen Übung in diesem Geschäft."
 
Veranlassung, vor den Kommunalwahlen ein Füllhorn auszuschütten, habe die Stadt jedenfalls überhaupt nicht, warnte Scheible. Er sprach sich in diesem Zusammenhang gegen eine Senkung der Gewerbesteuer aus, deren Wirkung würde verpuffen. Besser genutzt sei heimischen Betrieben und ihren Beschäftigten, wenn die Stadt Aufträge vergeben und ihren momentanen Handlungsspielraum für überfällige Investitionen nutze. Nachdrücklich befürwortete er die von der Stadtverwaltung vorgesehenen Sanierungsschwerpunkte bei Schulen, Straßen und Stadtquartieren. Hinsichtlich der Integrationsbemühungen und -hilfen durch die Stadt mahnte er die Bereitschaft auf Seiten der Einwohnern ausländischer Herkunft an, diese Chancen zu ergreifen. Und was die Stadtbezirke anbelangt, konstatierte Scheible erfreut, dass nach vielen Durstjahren dort wieder deutlich investiert werden könne.

Dr. Hansjürgen GölzSPD-Fraktionschef Dr. Hansjürgen Gölz beklagte die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland und die "fatale Entwicklung", das immer mehr Menschen nicht mehr von ihrem Lohn leben könnten. Ein Problem auch vor Ort: Es sei kein Zufall, dass Carisatt-Laden und Vesperkirche erst jüngst in Geislingen entstanden seien. Bei der Kombibad-Planung mahnte er sozialverträgliche Eintrittspreise an und beantragte generell die Einführung eines Sozialpasses, einer Vergünstigungskarte für Bedürftige. Dies sei auch mit Blick auf 550 Kinder und Jugendliche in Geislingen nötig, die von ALG II leben müssten. Gölz verdeutlichte, was das heißt: "19,71 Euro monatlich für Kleidung, 2,62 Euro für Essen pro Tag." Kinderarmut bedeute verlorene, nicht wahrgenommene Lebenschancen.

Roland FunkFWV-Fraktionschef Roland Funk beklagte mit Blick auf die sich hektisch überbietenden Wirtschaftsprognosen eine "Fieberkurve als Teil eines spekulativen hysterisch agierenden Wirtschaftssystems". Skeptisch hinterfragte auch er die Haushaltszahlen, von denen die Stadtverwaltung ausgeht. Den mittelfristigen Finanzplan, der bis 2012 relativ hohe Schulden vorsieht, lehnt die FWV ab. Einen Schwerpunkt legte Funk auf die demografische Entwicklung, für die sich Geislingen endlich wappnen müsse, um im Wettbewerb um (junge) Einwohner nicht zu unterliegen.
 
Bernhard LehleWie auch Scheible und GAL-Sprecher Bernhard Lehle stärkte Funk OB Wolfgang Amann den Rücken im Streit mit Landrat Franz Weber. Der Landkreis, der sich aus den Umlagen seiner Kreiskommunen finanziert, müsse sorgsam mit dem ihm anvertrauten Geld umgehen - und dürfe es nicht für Videowände in einer Sporthalle ausgeben, kritisierte Funk. Wie berichtet, beantragte deswegen Geislingen einen Kreiszuschuss für sein Kombibad - was Weber aber ablehnt.
 
"Die Zocker betteln noch um Unterstützung", ärgerte sich Bernhard Lehle (GAL) über die Verursacher der Finanzkrise. Über der Wirtschaftskrise dürfe man die Klimakrise nicht verdrängen, mahnte er. Er begrüßt die Energieprojekte im Gewerbepark bei Türkheim und wünscht, dass sich Geislingen als fahrradfreundliche Stadt profiliert. Dafür würde er holprige Straßen als "günstige Verkehrsberuhigungsmaßnahme" in Kauf nehmen. Und angesichts der großen Kosten für eine neue B 10 hätte er lieber einen besseren ÖPNV. Leider sei "die Alternative ÖPNV zur Entlastung der Straße nie ernsthaft in Betracht gezogen" worden. Die Beratungen gehen am 21. Januar weiter.

Anlagen:
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Provisorische Stützen fangen ZOB-Dach ab
Geschrieben von: Roderich Schmauz, Geislinger Zeitung   
Mittwoch, 10. Dezember 2008 um 12:32
Die Stadt Geislingen geht auf Nummer sicher und lässt am neuen Zentralen Omnibusbahnhof vorsorglich zusätzliche Stützen anbringen, die das Dach abfangen sollen. Wie berichtet, gibt es Probleme mit der Standsicherheit der Überdachung. "Alle Beteiligten sind sich einig, dass hier jegliches Risiko ausgeschaltet werden muss. Es darf nichts passieren," erläutert Karl Vogelmann, der Leiter des Stadtbauamtes, die Marschroute. Nach Rücksprache mit amtlich vereidigten Sachverständigen und einem Fachmann für Verformungsberechnungen entschied sich die Stadtverwaltung dazu, jetzt acht weitere Stahlstützen aufstellen zu lassen, um auch bei Schneelasten auf dem ZOB-Dach oder bei Eis und Wind auf der sicheren Seite zu sein. Dann muss das Dach auch nicht mehr von Hand vom Schnee geräumt werden.
 
In der kommenden Woche beginnen diese Bauarbeiten. Die zusätzlichen Stahlstützen werden jeweils in 2,50 Meter Abstand von den jetzigen Stützen angebracht.

"Das kann natürlich nur eine provisorische Lösung sein", betont Vogelmann. Er erwartet, dass Ende Januar das endgültige Ergebnis eines Gutachtens auf dem Tisch liegt, aus dem hervorgeht, welche Fehler passiert sind, wem sie unterlaufen sind und wie die konstruktiven Mängel behoben werden können.
 
Das nächste Kapitel im Zuschuss-Zoff
Geschrieben von: Roderich Schmauz, Geislinger Zeitung   
Donnerstag, 04. Dezember 2008 um 11:31
Landrat Franz WeberLandrat Weber antwortet Geislingens OB Amann: Ihr Argwohn ist völlig aus der Luft gegriffen

Der Landrat dreht im Disput mit Geislingens OB den Spieß herum: Franz Weber wirft nun Wolfgang Amann vor, mit zweierlei Maß zu messen.

Beim Zoff zwischen Geislingens OB und dem Landrat ist die nächste Runde eingeläutet: Bekanntlich bezuschusst der Landkreis auf Betreiben von Franz Weber den Umbau der städtischen Hohenstaufenhalle in Göppingen mit einer halben Million Euro. Weber befürwortet andererseits einen Zuschussantrag der Stadt Geislingen für den Bau des Kombibads nicht. Oberbürgermeister Wolfgang Amann schrieb ihm daraufhin, wie berichtet, verärgert einen Brief, in dem er die Gleichbehandlung der beiden Großen Kreisstädte Geislingen und Göppingen einfordert. Amann argwöhnte, Weber messe mit zweierlei Maß.
 
Das sieht Weber gerade umgekehrt. In einem Antwortschreiben, das er gestern an Amann absandte, argumentiert Weber, der Zuschuss für die Hohenstaufenhalle basiere auf zwei Dingen: auf der kreisweit einzigartigen Bedeutung dieser Halle und auf der Bedeutung der darin stattfindenden Veranstaltungen.

Erneut führt der Landrat an, dass Geislingen seit Langem ein Investitionsschwerpunkt des Kreises sei: "Während meiner Amtszeit hat der Landkreis 48,6 Millionen Euro in Geislingen investiert". Neben Göppingen zähle Geislingen "zu den ganz großen Kreisumlagen-Gewinnern." Der Landrat ergänzt, dass er damit nur belegen wolle, dass Amanns Argwohn, "ich würde die Große Kreisstadt Geislingen benachteiligen wollen, völlig aus der Luft gegriffen ist."
 
Weber macht in seinem Brief kein Hehl daraus, dass ihn Amanns Kritik trifft - weil er sie für so unberechtigt hält: "Ich finde es einfach schade, dass nach all dem, was von Seiten des Landkreises geleistet wurde und wie auch ich mich für Geislingen persönlich eingesetzt habe, Sie mich mit Ihren Äußerungen zu solchen Rechtfertigungen zwingen." Schließlich habe der Landkreis auch nie ein anderes Bad im Kreis bezuschusst.
 
Abschließend sichert Weber dem OB zu, dass er den Zuschussantrag aus Geislingen dem Verwaltungsausschuss des Kreistags natürlich zur Beratung vorlegen werde, wiewohl er ihn nicht unterstütze.

 
Jubiläumsjahr war schön und preiswert
Geschrieben von: Roderich Schmauz, Geislinger Zeitung   
Donnerstag, 04. Dezember 2008 um 10:35
Kinderfestumzug zum 900-jährigen Jubiläum von GeislingenViel Lob für 900-Jahr-Feierlichkeiten in Geislingen - An Stadt bleiben nur 5000 Euro hängen

Eine durchweg positive Bilanz haben Geislingens Oberbürgermeister Amann und Gemeinderäte zu den 900-Jahr-Feierlichkeiten gezogen - zumal das Fest für die Stadtkasse überaus preiswert ausgefallen ist.

So viel Einigkeit ist selten: OB Wolfgang Amann und Pressesprecherin Angela Rosenberger betonten gestern im Verwaltungsausschuss, wie gelungen die Feiern zur ersten urkundlichen Erwähnung Geislingens vor 900 Jahren gewesen seien. Der OB dankte allen Beteiligten. Damit erntete er Zustimmung und Lob der Stadträte. Sie hoben hervor, dass der historische Kinderfestumzug der schönste seit zig Jahren gewesen sei. "Daran sollte man anknüpfen," schlug Peter Maichle (CDU) vor. Solch ein Kraftakt sei nicht jedes Jahr machbar, gab Amann zu bedenken. Doch will die Stadtverwaltung künftig den Schulen immer ein Generalthema für einen Festzug aus einem Guss vorschlagen.
 
Der Verwaltungsausschuss billigte im Nachhinein außerplanmäßige Ausgaben von 14 500 Euro für alle Veranstaltungen. Allein 9500 entfielen auf den Festabend in der Jahnhalle. Dank Spenden und Sponsoren muss die Stadt selbst nur 5000 Euro finanzieren.

 
Atmosphärische Störung auf höchster Ebene
Geschrieben von: Roderich Schmauz, Geislinger Zeitung   
Samstag, 29. November 2008 um 00:00
OB Amann vermisst Gleichbehandlung von Göppingen und Geislingen durch Landrat Weber
Zwischen dem Geislinger Rathaus und dem Göppinger Landratsamt gibt es auf höchster Ebene mal wieder erhebliche atmosphärische Störungen
.

Der Ausbau der Hohenstaufenhalle in Göppingen hält das dortige Rathaus in Atem: Das Prestigeobjekt wird teurer, die Fertigstellung der Arena, in der Frisch Auf seine Heimspiele austrägt, verzögert sich. Auch Geislingens Oberbürgermeister Wolfgang Amann ist wegen der Hohenstaufenhalle verärgert: Er vermisst die Gleichbehandlung durch Landrat Franz Weber, der einen 500 000- Euro-Zuschuss des Kreises für das Hallenprojekt der Stadt Göppingen durchgedrückt hat, aber einen Zuschuss für das geplante Kombibad in Geislingen ablehnt.
 
Der Reihe nach: Mit Schreiben vom 22. Oktober stellte Amann bei Weber den Antrag, der Kreistag möge das Kombibad ebenfalls mit 500 000 Euro bezuschussen. Es wird 10,5 Millionen Euro kosten, falls eine Eislaufbahn dazukommt, eine Million mehr. Im Gegensatz zur Hohenstaufenhalle gibt es dafür keinen Landeszuschuss. Geislingens OB führt nun das ins Feld: Ein kombiniertes Hallen- und Freibad gibt es sonst nirgends, damit punktet der Kreis touristisch und sportlich; das Kombibad wird von vielen auswärtigen Schülern genutzt; insgesamt werden 250 000 Besucher pro Jahr prognostiziert (mehr als in der Hohenstaufenhalle); das Kombibad wird ein Vorzeigeobjekt für energiesparende Bädertechnik.


Seine Ablehnung diktierte Weber am 7. November: Der Landkreis habe bisher "weder den erstmaligen Bau noch größere Sanierungsmaßnahmen bei Hallen- oder Freibädern gefördert." Der Mittelbereich Geislingen sei lange Investitionsschwerpunkt des Landkreises gewesen, Weber verweist auf Helfenstein Klinik, Berufsschulen, MAG-Bau, Busbahnhof, Gewerbepark, Kreisstraßen und Steigen sowie auf den geplanten Neubau der Bodelschwinghschule. Abschließend legt er dem OB nahe, seinen Zuschussantrag zurückzuziehen.
 
Den Gefallen tat ihm Amann nicht. Am 25. November sandte er den nächsten Brief gen Göppingen. Darin fragt er den Landrat, wie der Zuschuss für die Hohenstaufenhalle mit der Aussage zusammenpasst, der Landkreis bezuschusse keine derartige Einrichtungen. Amann stellt außerdem fest, dass alle von Weber für Geislingen aufgeführten Investitionen in mindestens gleicher Weise in der Großen Kreisstadt Göppingen zum Tragen kamen. Man müsse in Geislingen offenbar für alles dankbar sein, was in Göppingen selbstverständlich sei, ärgert sich der OB und fragt: "Wird da mit zweierlei Maß gemessen?"
 
Scharf formulierte jüngst Thomas Kellner, Handballfan, Geislinger FWV-Stadt- und Kreisrat seine Kritik: "Ich finde es empörend, dass der Kreis der Stadt Göppingen eine halbe Million für diese blöde Halle in den Rachen wirft."
 
Damit nicht genug. Laut neuem Etat will der Landkreis der Stadt Göppingen mit 250 000 Euro unter die Arme greifen zur Sanierung der Ruine Hohenstaufen. Geislingen sichert seit Jahren aus Eigenmitteln und Spenden den Helfenstein.
 
Webers Antwort steht aus.

 
Basisdemokratie hoch zwei
Geschrieben von: Susann Schönfelder, Südwestpresse   
Samstag, 15. November 2008 um 00:00
Ein Streit um die Umgestaltung einer Industriebrache hat in Ebersbach an der Fils inzwischen groteske Ausmaße angenommen.

Wenn Bürger mit dem, was die Kommune tut oder der Gemeinderat beschließt, nicht einverstanden sind, gründen sie eine Initiative. Genauer gesagt, eine Bürgerinitiative. So weit, so gut. In Ebersbach im Kreis Göppingen setzen engagierte Menschen noch eins drauf: Dort hat sich eine Bürgerinitiative gegen die Bürgerinitiative gegründet. Womit das Gleichgewicht wieder hergestellt wäre.
 
Doch ganz langsam von vorne: Seit Wochen kämpft das "Aktionsbündnis Kauffmann-Areal" gegen die geplante Umgestaltung des gleichnamigen innerstädtischen Quartiers. Ein Bürgerbegehren gegen den einstimmig gefassten Gemeinderatsbeschluss war erfolgreich und rechtlich einwandfrei. Am 14. Dezember werden die Ebersbacher beim ersten Bürgerentscheid der Stadtgeschichte über die Zukunft der momentanen Industriebrache abstimmen. Dort, wo einst die Firma Kauffmann Senf und Essiggurken herstellte, sollen die Ebersbacher künftig bummeln und einkaufen.

Die Größe des Parkplatzes und das Verkehrskonzept schmecken dem Aktionsbündnis aber gar nicht. Sie sorgen sich um die Fußgänger und wollen mehr Grün. Die Mitglieder machten mobil und kämpften in den vergangenen Wochen zum Teil mit harten Bandagen. Eine Situation, die andere Bürger kritisch beäugten und die ihnen sauer aufstieß. Fazit: eine Gegen-Bürgerinitiative namens "Pro Ebersbach 2010". Die knapp 20 Gleichgesinnten - eine ebenso bunt gemischte Gruppe wie der Vorreiter - wollen die Einwohner nun "mit Argumenten und sachlichen Informationen" überzeugen, so der Sprecher, dass die derzeitige Planung für das Quartier gut und richtig sei.
 
Den Ebersbacher Bürgern steht jetzt nicht nur die erste Volksabstimmung überhaupt ins Haus, sondern auch ein Marathon an Infoveranstaltungen und Bürgerversammlungen. Gestern fiel der Startschuss - den Zuhörern sausten Zahlen und Fakten, Pläne und Karten, Zeichnungen und Präsentationen sowie jede Menge Pro- und Contra-Argumente um die Ohren. Die Bürger haben nun die Qual der Wahl. Basisdemokratie in Reinform, und reiner gehts hier kaum, kann auch ganz schön anstrengend sein.


 
Der Wochenmarkt in Altenstadt muss bleiben!
Geschrieben von: Michael Rahnefeld, Geislinger Zeitung   
Montag, 03. November 2008 um 12:30

Der Geislinger Gewerbeverein hat vorgeschlagen, den Altenstädter Samstagsmarkt nach Geislingen zu verlegen. Wir haben die GZ-Leser gebeten, uns ihre Meinungen mitzuteilen.

 

Geislingen  Die Idee des Geislinger Gewerbevereins, den Samstagsmarkt von Altenstadt in die Geislinger Fußgängerzone zu verlegen, stößt auf wenig Gegenliebe wie eine kleine Umfrage der GZ zeigt. Sie ist zwar nicht repräsentativ, trotzdem zeigt sie ein Stimmungsbild über die Pläne. Diese Zuschriften (auszugsweise!) erreichten uns:
 
Rudolf und Cäcilia Seidel, beide über 80 Jahre alt: Der Samstagsmarkt sollte in Altenstadt bleiben. Für viele ältere Kunden ist der Weg in die Obere Stadt zu beschwerlich und nicht jeder hat ein Auto.



Lilly und Gerhard Herb: Was in der Stadt in Zukunft sein wird ist uns egal, aber in Altenstadt sollte der Wochenmarkt bleiben.
 
Annerose Szelejewski: Wir Altenstädter wollen unseren Markt behalten - denken Sie bitte an die älteren Leute - . . . es wäre ja dann samstags eine halbe Tagesfahrt mit dem Bus.
 
D. Greiner: Der Wochenmarkt soll wie bisher samstags in Altenstadt stattfinden. Erika und Fritz Mall: Zwei Stimmen für den Wochenmarkt samstags in Altenstadt.Stadtrat Eugen Kübler: Die Infrastruktur für den Wochenmarkt in Altenstadt hat vor 20 Jahren etwa 650 000 Mark gekostet - das WC am Hirschplatz 250 000 bis 300 000 Mark. Der Markt soll in Altenstadt bleiben, der Großteil der Besucher geht nicht in die Fußgängerzone.
 
Hedwig Seidel: Ich plädiere ganz entschieden für die Beibehaltung des Altenstädter-Samstags-Wochenmarktes in der Hirschstraße. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass durch den Wegfall des Altenstädter Marktes das Handelsaufkommen in der Oberen Stadt wesentlich aufgewertet wird.
 
Heidi Thiele: Der Wochenmarkt samstags in Altenstadt muss bleiben, er hat eine lange Tradition und ist eine wichtige und unentbehrliche Einkaufsgelegenheit für Altenstadt. Per Auto mit genügend Parkplätzen, vor allem aber auch für viele Anwohner zu Fuß. Die Fußgängerzone hat ihren Wochenmarkt, und wir in Altenstadt brauchen unseren Markt am zentralen Standort und mit kurzen Wegen zum Einkauf frischer Lebensmittel aus der Region. Es geht hier nicht um "Synergieeffekte" oder Profilierung, sondern ganz einfach um Menschen. Und die sind in Altenstadt ohnehin unterversorgt, was den Lebensmittelhandel betrifft.
 
Jakob Huber: Einen gut gehenden Markt, der auch als Kommunikationszentrum dient, kann man nicht einfach auseinanderdividieren. Auch eine Fusion kommt für uns nicht in die Tüte. Nicht nur die Fußgängerzone hat Geschäfte, auch in der Sternplatzpassage und in der Überkinger Straße bieten diverse Geschäfte Waren an, die man im Anschluss an den Marktbesuch kaufen kann. Übrigens hat Altenstadt den größeren Einwohneranteil. Also, keine Frage, wo ein Markt hingehört - er soll bleiben wie und was er ist. Für die kalte Jahreszeit, wenn man sich klamme Finger holt und die Füße abfriert, hätte ich einen Vorschlag zu machen. Wie wäre es, wenn man in dem geplanten Ärztehaus neben dem Café noch eine Markthalle unterbringen würde? So wäre man geschützt und man könnte das Angebot erweitern - auch auf andere Wochentage.
 
H. Sachers: Der Samstagsmarkt muss in Altenstadt bleiben - . . . viele Händler, so hatte ich den Eindruck, sind auch für die Beibehaltung des Marktes in Altenstadt.
 
Erne Schabel: Auch früher hat man schon das Gehirn benutzt und es muss nicht immer alles "verbessert" werden. Die Trennung Wochenmarkt Haupt- und Hirschstraße ist doch o.k. und kommt auch Fahrzeuglosen entgegen. Der festgestellte Kundenschwund kann saisonbedingt sein oder einfach, weil das Geld immer knapper wird. Ich finde beide Märkte prima.
 
Gudrun Schiele aus Kuchen: Mein Wunsch - Wochenmarkt mittwochs in der Fußgängerzone und samstags in Altenstadt.
 
Gabriele Berier aus Kuchen: Der Wochenmarkt am Samstag sollte auf jeden Fall erhalten bleiben. Ich fahre von Kuchen extra hierher - übrigens auch sonst noch manch anderer Kuchener. Parkmöglichkeiten optimal, ich würde keinesfalls in die Stadt hinauffahren, weil da zu viel Zeit verloren ginge und mich zu diesem Zeitpunkt keine anderen Geschäfte interessieren. Die Atmosphäre finde ich in Altenstadt als sehr angenehm.Rolf Pfeifer: Für Altenstadt ist der Samstagswochenmarkt eine Bereicherung, denn wo sollten wir Altenstädter fürs Wochenende frisches Gemüse, Salate und Obst kaufen. In Altenstadt haben wir außer dem Discounter Plus keine Möglichkeit, zu Fuß Lebensmittel einzukaufen. Es werden wohl wenige aus Altenstadt zu Fuß zum Wochenmarkt in die Fußgängerzone gehen, Autofahren ist teuer, hinzu kommen Parkhausgebühren die es in Altenstadt nicht gibt, da wir rund um den Markt genügend Parkplätze haben. Auch viele ältere Menschen würden diesen Treffpunkt sehr vermissen, da er sehr zentral liegt und gut erreichbar ist, zum Beispiel von der Überkinger Straße aus, von der Stuttgarter Straße, Rheinlandstraße, von den Weingärten, den Y-Häusern, aus der Hinteren Siedlung, der Bebelstraße, vom Oberböhringer Berg, Tegelberg und so weiter. Mit dem Verlust vieler Kunden müsste gerechnet werden, sollte der Markt verlegt werden. Die Käufer auf dem Mittwochsmarkt in der Oberen Stadt werden wahrscheinlich am Samstag nicht schon wieder auf den Markt gehen, wenn sie sich Mitte der Woche mit Waren eingedeckt haben. Was soll also das Ganze bringen? Wenn die Leute zum Markt gehen, dann kaufen sie nicht gleichzeitig Kleidung, Brillen und Schuhe. Zum Markteinkauf sind deshalb keine Einzelhandelsgeschäfte notwendig, so fällt auch der Synergieeffekt weg. Die Marktbeschicker sollten dazu auch gehört werden, ob sie sich davon ein besseres Geschäft versprechen, wenn nur in der Oberen Stadt die Märkte stattfinden oder samstags in Altenstadt und gleichzeitig in der Fußgängerzone.

 
Kein Markt mehr in Altenstadt? Gewerbeverein: Samstags-Wochenmarkt in die Fußgängerzone verlegen
Geschrieben von: Roderich Schmauz, Geislinger Zeitung   
Samstag, 25. Oktober 2008 um 00:00
Der Geislinger Gewerbeverein prescht vor: Er schlägt vor, den Altenstädter Wochenmarkt samstags in die Fußgängerzone der Oberen Stadt zu verlegen.

Geislingen  "Bei zwei Standorten verlieren mittelfristig beide." So begründet Klaus Meissner, Vorsitzender des Geislinger Gewerbevereins, sein Plädoyer für die Fußgängerzone als ausschließlichen Wochenmarktstandort. Weder die Frequenz mittwochs in der Fußgängerzone noch samstags in der Hirschstraße in Altenstadt könne zufrieden stellen. Den Zustand zu belassen wie bisher, führe zum langsamen Sterben beider Märkte. Es gehe also darum, den Marktstandort Geislingen langfristig zu sichern, indem die Stärken gebündelt werden, argumentiert Meissner. "Das Konkurrenzdenken zwischen Geislingen und Altenstadt darf nicht dazu führen, dass das Handelszentrum insgesamt verliert."
 
Die Fußgängerzone der Oberen Stadt ist Sicht Meissners wegen der Synergieeffekte besser geeignet, weil hier sowohl Wochenmarkt als auch Einzelhandelsgeschäfte Kunden anziehen. Rechts und links der Hirschstraße in Altenstadt gibt es keinen Einzelhandel, nur eine Gärtnerei ist dort angesiedelt.
 
Meissner ist klar, welch heißes Eisen er da anfasst, weshalb er auch mit einer heftigen Diskussion rechnet: "Wir wissen sehr wohl, dass unser Vorschlag einigen Menschen in Altenstadt nicht gefallen wird." Der Gewerbevereinsvorsitzende sieht seine Aufgabe aber auch nicht darin, "sich bei allen beliebt zu machen, sondern zukunftsweisende Lösungen für Gewerbetreibende zu schaffen."

Laut Marktmeister Bernd Staudenmayer kommen zum Wochenmarkt mittwochs meist 21 Markthändler, samstags 24. Zehn von ihnen sind an beiden Märkten präsent. Diese Zahlen seien seit Jahren konstant. Alle Marktbeschicker jammern über rückläufige Umsätze, weiß Staudenmayer, der Konkurrenzdruck durch Supermärkte sei groß. Im Gegensatz zum Mittwochsmarkt in der Oberstadt kommt nach seiner Beobachtung zum Altenstädter Markt "ein ganz anderes Publikum", auch aus den dicht besiedelten Wohngebieten der unmittelbaren Umgebung. Der traditionsreiche Markt habe sein Stammpublikum. Einen weiteren Vorteil sieht er in den vielen Parkplätzen nahe der Hirschstraße.
 
"Ein Sowohl-als-auch wäre mir am liebsten, dann könnte sich Geislingen als Marktstadt profilieren", meint Oberbürgermeister Wolfgang Amann. Ob sich zwei Samstagsmärkte - sowohl in Altenstadt als auch in der Oberstadt - tragen, das hänge einzig von den Marktbeschickern ab, beziehungsweise davon, ob sich genügend Händler finden. Der OB: "Ich würde es auf einen Versuch ankommen lassen".
 
Die städtische Wirtschaftsbeauftragte Michaela Wiedmann-Misch betont, dass es sich um einen Diskussionsprozess mit offenem Ausgang handle. An einem Handelsstandort Kräfte zu bündeln, sei grundsätzlich richtig. Sie hat Verständnis dafür, wenn der Gewerbeverein den Fußgängerzonenbereich stärken will. Dorthin gehöre gemeinhin ein Markt. Sie will aber zunächst die Einschätzung der Markthändler abfragen. Weil es sich oft um Kleinbetriebe handelt, wäre es etlichen nicht möglich, samstags an zwei Orten zugleich in Geislingen Marktstände aufzuschlagen.