FERIENSTADT GEISLINGEN

die älteste Stadtranderholung Deutschlands

Politischer Besuch in Ferienstadt

Die Ferienstadt auf dem Geiselstein hatte politischen Besuch: Die SPD-Gemeinderatsfraktion und den Landtagsabgeordneten Sascha Binder.

. “Hervorragend organisiert und immer wieder spannend” – so formulierte der SPD-Landtagsabgeordnete Sascha Binder seine Eindrücke beim Besuch der Ferienstadt des Stadtjugendrings Geislingen. Eingestimmt worden war die Delegation, zu der der SPD- Ortsvereinsvorsitzende Ludwig Duschek, Vorstandsmitglied Karin Heyl sowie die Stadträte Eva Blessing, Peter Zajontz und Thomas Reiff zählten, mit einem Rundgang mit Stadtführerin Tabea. Beeindruckend waren für die Besucher die fantasiereich gebauten Holzhäuser. Nachdem sich die SPDler ins goldene Buch der Ferienstadt eingetragen hatten, tauschten sie mit dem Leitungsteam Leonie Rösch, Thorsten Bucher, Thomas Wulff, Holger Schrag und der Ferienstadtköchin Corinna Bremes ihre Eindrücke aus. Angesprochen wurden die gestiegenen Holzpreise, der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund sowie das auch in Leserbriefen diskutierte Thema, ob Kinder aus Umlandgemeinden den Einheimischen die Plätze wegnähmen. Hierfür möchten sich die Verantwortlichen bis zum nächsten Jahr Lösungsmöglichkeiten überlegen. Positiv sieht das Leitungsteam die Beteiligung der Stadt als Kooperationspartner, da damit das Thema Versicherung eindeutig geklärt sei. Auch dieses Jahr gelang es, über 30 ehrenamtliche Helfer für die Ferienstadt zu gewinnen. Reiff übergab als Anerkennung eine Spende für die Ausstattung des neuen Spielmobils.

Kinder zeigen den Eltern “ihre” Stadt

"Tag des offenen Tores": Erwachsene wollten sehen, was in der Ferienstadt geboten ist. Foto: Markus Sontheimer

"Tag des offenen Tores": Erwachsene wollten sehen, was in der Ferienstadt geboten ist. Foto: Markus Sontheimer

Die letzten zwei Wochen war die Ferienstadt auf dem Geiselstein fest in Kinderhand. Beim “Tag des offenen Tors” waren Eltern und Verwandte gestern aber herzlich willkommen. Und sie kamen in Scharen.

Schon bei der Anfahrt zum Ferienstadt-Gelände auf dem Geiselstein wurde deutlich, dass sehr viele Eltern neugierig waren, mit eigenen Augen zu sehen, wo ihre Kinder die letzten beiden Ferienwochen verbracht haben und was dabei auf dem Gelände entstanden ist: Scheinbar kilometerweit säumten die geparkten Autos den Rand der Flurbereinigungswege.

Nach dem Singen des Ferienstadtliedes – zur Melodie von “Pippi Langstrumpf” – vom dreistöckigen Stadttor, wurde das Band am Ortseingang feierlich von den Kindern zerschnitten und die Ferienstadt für Erwachsene “freigegeben”.

Dann konnten sie sich von den Kindern durch “ihre” Stadt führen lassen. Zu sehen gab es viel – von den in ausdauernder Arbeit selbst errichteten und fantasievoll gestalteten Holzhäusern bis zum Tierbereich mit Pferden, Eseln, Schafen und Gänsen. Auch für das leibliche Wohl war mit Würsten vom Grill und Kaffee und Kuchen reichlich gesorgt.”Unheimlich viele Menschen besuchen uns dieses Jahr”, sagt Thomas Wulf, der pädagogische Leiter der Ferienstadt. “Das finden wir unheimlich toll.” Für Wulf ist der große Zuspruch auch ein Zeichen dafür, dass die 30 Betreuer eine “wahnsinnige Arbeit” gemacht haben. Eltern und Großeltern wollen selbst sehen: Wie ist es in der Ferienstadt? Wenn das Abenteuer am Freitag zu Ende geht, werden über 300 Kinder unvergessliche Ferientage erlebt haben.

Stefanie Schmidt, Geislinger Zeitung

Eltern bleiben draußen

Ausblick vom Stadttor: Jeden Tag erweitern die Kinder ihre Ferienstadt mit neuen Häusern. Fotos: Markus Sontheimer

Ausblick vom Stadttor: Jeden Tag erweitern die Kinder ihre Ferienstadt mit neuen Häusern. Fotos: Markus Sontheimer

Auch diesen Sommer wird auf dem Geiselstein wieder die “Freie Republik Ferienstadt” ausgerufen. Für ihre Bewohner bedeutet das drei Wochen Freiheit, Natur, spielen und natürlich Häuser bauen.

Einfach auf eigene Faust hereinspazieren können Eltern und Neugierige nicht in die Ferienstadt. Am Ortsschild ist für Erwachsene erst einmal Schluss; schließlich ist die “Freie Republik” fest in Kinderhand. Aber Stadtführerinnen wie Jacqueline und Inga – beide zwölf Jahre alt und schon seit 2007 jedes Jahr auf dem Geiselstein dabei – geben Besuchern gerne eine geführte Tour durch ihr Reich.

Brütende Hitze herrschte gestern Nachmittag auf dem Ferienstadtgelände, aber trotzdem ließen es sich die meisten der Kinder – in dieser Woche sind es 167 – nicht nehmen, eifrig an ihren Holzhäusern zu bauen. Ein bisschen Schwund habe es an diesem Hochsommertag gegeben, räumt Betreuer Thomas Wulf ein: “Manche Kinder wollten heute einfach lieber ins Freibad.” Dabei gibt es in der Ferienstadt eine prickelnde Alternative: Man kann sich auf Wunsch mit dem Hochdruckreiniger abspritzen lassen.

Besteigt man aber das beeindruckende “Stadttor” – einen verwinkelten dreistöckigen Wachturm aus Holz – und blickt hinab auf das Ferienstadtgelände, ist von hochsommerlichem “Schwund” nichts zu bemerken. Holzhütte reiht sich an Holzhütte, überall wird gesägt und gehämmert was das Zeug hält. Während die diese Woche neu dazugekommenen Kinder noch dabei sind, das Grundgerüst ihres Hauses zusammenzunageln, erweitern andere ihre Bude schon mit einem Anbau oder einem zweiten Stockwerk. Bevor die Häuser zur uneingeschränkten Nutzung freigegeben werden, werden sie vom “TÜF” – dem “Technischen Überwachungsdienst Ferienstadt” – auf Stabilität und Sicherheit überprüft. Erst dann gibt es die begehrte “TÜF”-Plakette. “Die Betreuer nehmen die Überprüfung sehr ernst”, betont Stadtführerin Jacqueline. Wer sich eine Auszeit von den Bauarbeiten nehmen will, muss sich in der Ferienstadt gewiss nicht langweilen. Im Bastelzelt wird jeden Tag ein neues Thema kreativ umgesetzt. Auch an Accessoires zur Gestaltung der Inneneinrichtung der Hütten oder an Namens- und Nummernschilder für die Fassade wird hier viel und gern gearbeitet. Ein Zelt – die Tobeecke – haben die Betreuer mit Matratzen und Kissen ausgelegt. Hier kann – unter den wachsamen Augen der Betreuer – bis zur Erschöpfung getobt und gerangelt werden. Auch Gelände und Versteckspiele im Wald sorgen für Abwechslung im Stadtalltag.

Eine weitere Attraktion der Ferienstadt ist der “Bauernhof”. Nicht nur Gänse, Hühner und Kaninchen tummeln sich am Rande des Geländes in ihren Gehegen, es gibt sogar Koppeln mit Schafen, Eseln und Pferden. “Es findet sich eigentlich immer ein Freiwilliger, der die Ställe gerne ausmistet”, erzählt Stadtführerin Inga.

Nur die Teilnahme an den Rahmenveranstaltungen wie den gemeinsamen Morgen- und Abendkreisen und dem Mittagessen ist inder Ferienstadt verpflichtend. “Sonst muss hier niemand etwas machen, was er nicht möchte”, sagt Betreuer Thomas Wulf. Der “Baubereich” gefällt Jacqueline und Inga am besten. Auch nächstes Jahr möchten sie auf dem Geiselstein wieder mit dabei sein.

Stefanie Schmidt, Geislinger Zeitung