Städtische Kindergärten/Qualitätshandbuch
Qualitätshandbuch
Ein Projekt der Evangelischen, Katholischen und Kommunalen Kindertagesstätten in Geislingen
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Vorwort
Gemeinsam haben alle Träger von Kindertagseinrichtungen im Stadtgebiet Geislingen/
Steige (Evang. Gesamtkirchengemeinde, Kath. Gesamtkirchengemeinde, Waldorf-
Kindergarten, Evang. Kirchengemeinde Aufhausen, Stadt Geislingen) das Projekt
„Nachhaltige Qualitätsentwicklung in Geislinger Kindertagesstätten“ ins Leben gerufen.
Anlass hierfür war die Änderung des Kindergartengesetzes, wobei es in Geislingen
nicht nur um die Finanzierung und Bedarfsplanung gehen sollte, sondern auch um
Qualitätsstandards im so genannten „Baustein 3“. Der vom Gemeinderat beschlossene
und zuvor im Einvernehmen mit allen Trägern abgestimmte Auftrag lautet u. a., Qualitätsstandards
zum Beispiel in den Bereichen Personal, Fortbildung, Fachberatungen,
Gruppengröße, Arbeitsabläufe usw. zu entwickeln. Für die Prozessbegleitung wurde
Herr Prof. Hans-Jochen Wagner, Honorarprofessor an der Fachhochschule Esslingen –
Hochschule für Sozialwesen und wissenschaftlicher Lehrer an der Fachschule für Sozialpädagogik
in Göppingen, gewonnen.
In der Vergangenheit wurden in und mit allen Geislinger Kindertagesstätten bzw. deren
Trägern und unter Moderation der „Kommunalentwicklung“ bereits die Bausteine 1 und
2 bearbeitet. Inhalt dabei war die Ermittlung des Platzangebotes in den Kindertagesstätten,
die Festlegung der Platzzahl im Rahmen der Bedarfsplanung, sowie die Finanzierung
der Betriebs- und Verwaltungskosten der Einrichtungen.
Zur Begleitung des Prozesses für den „Baustein 3“ hat sich 2006 eine. „Steuerungsgruppe“
gebildet, die sich aus Vertretern aller Träger sowie des Gesamtelternbeirats
zusammensetzt.
In einem ersten Schritt wurden verschiedene Daten erhoben. Einerseits ging es um
Angaben zur Struktur, Personalausstattung und pädagogischen Arbeit der einzelnen
Einrichtungen. Andererseits gab es einen „individuellen Fragebogen“, in dem alle Mitarbeiterinnen
anonym Angaben zur beruflichen Identifikation machen konnten.
Im nächsten Schritt wurden vier Qualitätszirkel zur Orientierungs-, Struktur-, Prozessund
Ergebnisqualität gebildet. Die Zirkel waren trägerübergreifend besetzt und haben
Vorschläge für die gemeinsamen Standards erarbeitet. Aus den Vorschlägen dieser
vier Zirkel wurde ein gemeinsamer Entwurf erarbeitet und den jeweiligen Trägergremien
zur Diskussion und Beschlussfassung vorgelegt.
Alle Trägergremien haben dem vorliegenden „Qualitäts-Handbuch“ für die Geislinger
Kindertagesstätten zugestimmt.
Geislingen, im Sommer 2007
[Bearbeiten] Die Arbeit in Kindertagesstätten
„Die Welt verändert sich – Kindertagestätten auch“
Elementarpädagogik vor einer ihrer größten Herausforderungen -
Auswirkungen der Bildungs-& Qualitätsdebatte auf die sozialpädagogische Praxis
Der Reformbedarf im Bereich der frühkindlichen Bildung in Deutschland ist unbestritten
und wird in allen Diskussionen immer deutlicher.
Nun findet diese Diskussion darüber auf vielen verschiedenen Terrains statt. Vom neuen
Bild vom Kind, der Bedeutung des Selbstlernens, über Bildungs –bzw. Orientierungspläne
bis hin zum neuen Bild von der Erzieherin und deren Ausbildung. Alle Bereiche
des Bildungsprozesses stehen plötzlich (…eben nach Pisa!) zur Disposition und
werden mit unterschiedlich sinnvollen Empfehlungen versehen. Politik, Wirtschaft, Kirche
… alle melden sich mehr oder weniger fachlich zu Wort. Noch nie war die Elementarpädagogik
so in aller Munde bzw. in unserem Lieblingsmedium – dem Fernsehen.
Kurz um: Die Diskussion um die frühkindliche Bildung hat zurzeit wieder Hochkonjunktur
und geht gleichzeitig einher mit der immer wieder heraufbeschworenen Angst, „womöglich
nehme man dem Kinde die Kindheit.“
Nun ist diese Diskussion aber schon recht alt gedient und erscheint alles halbe Jahrzehnt
wieder auf dem pädagogischen Tableau. In der Zeitschrift `Psychologie heute`
(Ausgabe: Februar 1990) rüttelten damals die beiden Leitartikel „Kindheit: organisiert
und isoliert“ sowie „Kinder im Dauerstress“ die Öffentlichkeit auf und 1996 wurde der
Fachartikel von Prof. Dr. S. Hebenstreit in der Zeitschrift TPS (5/96) mit der Überschrift
„Über das Kind, die Welt und die Zukunft – der Vertreibung von Kindheiten entgegensteuern“
viel beachtet. Und dann schließlich proklamierte Susanne Gaschke in der Zeitung
DIE ZEIT (19. April 2000) das „Ende der Kindheit“. (vergl. Krenz, Beiträge zur
Fachdiskussion, S.2 ver.di Eigendruck 2005).
Und heute suchen wir unser Heil in Orientierungsplänen und Konzepten, wie wohl das
Kind zur „Schulreife“ zu führen sei.
Leider ist es durchaus nachvollziehbar wenn Dr. Armin Krenz darauf hinweist, dass „viele
Arbeitsimpulse in der Elementarpädagogik in zunehmendem Maße den Charakter
einer `Kinderbelehrung` besitzen, mit der Folge dass es zu einer `Kinderentleerung`
kommt, weil Kinder in Zusammenhängen fühlen, denken und handeln (wollen), in Handlungsvernetzungen
begreifen (möchten) und nur als lernbedeutsam aufnehmen werden,
was für sie lernmotivierend ist.“
Nach dem Pädagogen Heckhausen sind Menschen, auch Kinder, dann motiviert, wenn
sie berechtigte Hoffnungen auf Erfolg haben dürfen. Also die berechtigte Erwartung zulässig
ist, dass Fragen beantwortet, Phantasien ermöglicht, Ideen umgesetzt und zu
Entdeckendes erforscht werden darf. Diese kindlichen Hoffnungen gilt es zu stützen und
zu pflegen.
Wenn wir aber dem in allen „…..Plänen“ formulierten Bild vom lernenden und forschenden
Kind auch nur annähernd entsprechen wollen, muss der gesamte frühkindliche Erziehungs-
und Bildungsbereich einen deutlich höheren Stellenwert erhalten als dies bisher
der Fall ist.
Gesellschaftlich bekommen Tageseinrichtungen bekommen mehr und mehr die Funktion
von eigenständigen Bildungs- und sozialen Lernorten für Kinder übertragen. Die in
ihnen tätigen Erzieherinnen müssen eine bunte Mixtur aus psychosozialen, kognitiven
und interkulturellen Kompetenzen vermitteln. Und alle, so liest und hört man, seien zur
Bewältigung und Gestaltung gesellschaftlicher Entwicklungen notwendig.
Dabei dürfen sich Tageseinrichtungen für Kinder nicht auf die klassischen Kindergartengruppen
beschränken, sondern müssen dem sich schnell weiterentwickelnden Bedarf
an Krippen- und Ganztagesbetreuungsplätzen entsprechen. Dies erfordert größte
Flexibilität im Hinblick auf den Umgang mit den unterschiedlichsten Altersgruppen.
In allen Arbeitsfeldern der Elementarpädagogik stellt die kulturelle und soziale Verschiedenheit
von Kindern aus Einwandererfamilien hohe Anforderungen an die interkulturelle
Kompetenz von Erzieherinnen. Dabei ist gerade die frühe Förderung von Kindern
aus Familien mit Migrationshintergrund eine Chance, die vergleichsweise schlechte
Stellung von ausländischen Kindern im Bildungssektor zu verbessern Hierzu bedarf es
z.B. spezifischer Qualifikationen im Bereich von Sprachförderung und Qualitätsmanagement.
Im Übrigen – wer ein friedliches und vereinigtes Europa erleben und spüren will, der
komme getrost in Kindertagesstätten. Bis zu 15 Nationen zählen wir im Stuhlkreis nicht
weniger Kindergärten. Und diese „internationalen Begegnungen“ geschehen in der Regel
friedlich und ohne politische oder religiöse Ausgrenzung. Könnten wir Erwachsene
doch manchmal von Kindern lernen – die Welt wäre um vieles friedfertiger.
Ebenso erfordert die Integration behinderter Kinder in zunehmend mehr Einrichtungen
nicht nur erweitertes Wissen und Können hinsichtlich der jeweiligen Behinderungsarten.
Zu entwickeln sind ebenso Angebote, die das alltägliche Miteinander behinderter und
nicht behinderter Kinder fördern und Potenzialen der Einzelnen stabilisieren. Auch hier
werden gesellschaftliche Begegnungen und menschliche Berührungen gewagt und geübt,
die in unserer „Welt der Erwachsenen“ weiter zu kurz kommen.
Der Arbeit mit Eltern, nicht nur mit Müttern, sondern mit der ganzen Familie, kommt
nach neuesten Erkenntnissen ein erheblicher Stellenwert zu – gerade um pädagogische
Bemühungen nicht ins Leere laufen zu lassen. Erschreckend die zunehmenden
Berichte über Verwahrlosungen von Kindern und rüdesten Umgang mit ihren verbrieften
Rechten Hier muss und soll verantwortliche Elementarpädagogik das verstärkte Kooperationsangebot
gegenüber Personensorgeberechtigten nach § 36 KJHG erhalten und
ausbauen. Interaktion und die gezielte Arbeit mit Erwachsenen, vor allem in Zeiten sozialer
Diskontinuität, erhalten eine wachsende Bedeutung. Die Erziehrinnen und Erzieher
in Einrichtungen der Elementarpädagogik sind oftmals die ersten, die mit innerfamiliären
Problemstellungen und gravierenden Folgen für das Wohl der betroffenen Kinder konfrontiert
werden.
Kindertagesstätten müssen sich - wie auch andere Bildungsinstitutionen - öffnen und als
Kommunikationsorte für Familien verstehen. Dabei haben sie mehr denn je die Aufgabe,
ihre Angebote zur Partizipation von Eltern und Kindern auszuweiten.
Dies wird gelingen, wenn sich Einrichtungen der Elementarpädagogik zunehmend als
Teil des Gemeinwesens verstehen und sie die Kooperationen zwischen den Arbeitsfeldern
der Kinder- und Jugendhilfe und dem Bildungssystem, insbesondere der Schule,
intensivieren.
Bildungs- und Entwicklungsprozesse werden in Zukunft grundlegend die Arbeit in den
Kindertagesstätten beeinflussen. Hier entwickeln sich größte Chancen für berufspolitisch
notwendige Auseinandersetzungen um die herausragende Bedeutung der Elementarpädagogik.
Mit der Implementierung des Orientierungsplanes sollten die Zeiten, wo Betreuung der
Familie, Erziehung dem Kindergarten und Bildung der Schule zugestanden wurde, endgültig
vorbei sein. Laut SGB VIII müssen diese Kernbereiche der kindlichen Entwicklung
zusammen geführt werden. Bildung darf hier gern Antriebeskraft und Lokomotive sein.
Ohne einen guten Rahmen, werden auch modernste und an sich zukunftsweisende
Bildungspläne zur Makulatur. Genau an dieser Stelle brauchen wir auch in der Elementarpädagogik
zuverlässige Instrumentarien zur Darstellung von hochwertigen, qualitativen
Prozessen.
Kindertagesstätten und Einrichtungen der Elementarpädagogik wollen die Außenwirkung
ihrer Institution nicht mehr dem Zufall überlassen. Einfach „nur“ gute Arbeit zu leisten,
in der Hoffnung dass sich dies herumspricht, greift in der heutigen Zeit zu kurz.
Durch selbstbewusste und offensive Präsentationen in der Öffentlichkeit macht Elementarpädagogik
zwischenzeitlich erfreulich oft den Stellenwert ihrer Betreuungs- – und Bildungsarbeit
publik.
Ich hatte die wunderbare Aufgabe, Geislinger Kindertagesstätten beim Ringen um die
Entscheidung für ein Qualitätsleitbild im Laufe des letzten Jahres begleiten zu dürfen.
Wir haben versucht, die Sprache der Praxis zu finden. Im Handbuch begegnen wir den
Formulierungen, Gedanken und Vorstellungen all Derer, die täglich mit den Kindern in
den Einrichtungen zu tun haben.
Hunderte von Stunden Plenumsdiskussionen an Nachmittagen, in Teamsitzungen und
Klausurtagen sind Grundlage für die folgenden Überlegungen. Sicher wurde nochmals
so viel Zeit für Qualitätszirkel und die Arbeit der Redaktionsteams verwandt.
Über die gemeinsamen Stunden des Austausches und des kritischen Dialogs ist ein
Handbuch entstanden, das mit Fug und Recht als „Prozesswerk“ bezeichnet werden
darf.
Der Kindergarten ist eben auch ein Garten mit vielen Steinen. Alle zusammen bilden
Grundlage und Boden für die gemeinsame Arbeit. Keiner der „Bausteine“ blieb in diesem
Prozess unberührt. Alle wurden aufgehoben, umgedreht und gegebenenfalls in
ihrer Lage verändert.
In den vielen Formulierungen im Handbuch findet sich wohl kaum ein Satz, der nicht
von einer kritischen Runde der tätigen Praktikerinnen inhaltlich bestimmt, formuliert und
vielfach mehrmals über den „Haufen“ geworfen wurde. Keine Festlegung, die nicht überdacht
und auf die Lebensnähe im Alltag der Einrichtung überprüft wurde. Keine Idee,
Anregung oder Vereinbarung, die nicht ohne Berücksichtigung der anvertrauten
Kinder und deren Wohl und Zukunft entstanden wäre.
Es entstanden Leitlinien für die Kinder, Eltern und Erzieherinnen, die sich in den Häusern
begegnen und einen großen Teil des Alltäglichen miteinander leben wollen.
Ich danke für viele tolle Gespräche, motivierende Haltungen und ein herzliches Aufgenommen
Sein.
Professor Hans-Jochen Wagner
Fakultät für Soziale Arbeit
Hochschule Esslingen
[Bearbeiten] Leitsätze
Leitsatz 1
- Kinder sind soziale Wesen, deren eigenständige Persönlichkeit wir akzeptieren und ihnen mit Respekt und Achtung begegnen. Die Würde des Kindes ist unantastbar. Die pädagogischen Fachkräfte begegnen Kindern auf gleicher Augenhöhe. Die pädagogischen Fachkräfte nehmen die Bedürfnisse, Ideen, Fragen, Sorgen und Nöte der Kinder ernst. Die pädagogischen Fachkräfte nehmen sich Zeit für Gespräche, hören ihnen zu und lassen sie ausreden. Die pädagogischen Fachkräfte nehmen das Kind in seiner Persönlichkeit an und fördern es in seiner Individualität. Jedes Kind hat ein Recht zu lernen, zu spielen, zu lachen, zu träumen und zu lieben, anderer Ansicht zu sein, vorwärts zu kommen und sich zu verwirklichen.(Hall-Denis- Report) Jedes Kind hat ein Recht auf Zeit und Zuwendung, Ferien und auf Erholung im Krankheitsfall.
Leitsatz 2
- Kinder sind selbsttätig, neugierig, Akteure ihrer Entwicklung mit eigenen Kompetenzen, denen wir Erlebnis- und Handlungsspielräume schaffen. Die Bedürfnisse und Interessen der Kinder stehen bei den pädagogischen Fachkräften im Mittelpunkt und werden von ihnen beachtet und geachtet. Die Kinder gestalten aktiv ihren Alltag in der Kindertagesstätte mit (z.B. durch Kinderkonferenzen, Raumgestaltung, im Freispiel). In unseren Kindertagesstätten haben die Kinder Zeit zur Selbsttätigkeit und finden ein vielseitiges Angebot an Raum und Material vor. Die pädagogischen Fachkräfte arbeiten kindorientiert; gehen auf die Bedürfnisse und Interessen der Kinder ein und fördern ihre eigenen Lernprozesse. Die pädagogischen Fachkräfte wirken durch ihre Verhaltensweise als Motivator auf die Kinder, fordern ihre Neugierde heraus und gestalten mit ihnen den Alltag der Kindertagestätte.
Leitsatz 3
- Kinder lernen primär durch eigene Erfahrungen, die sie in Beziehungen zu Erwachsenen und mit anderen Kindern machen und indem sie sich mit ihrer räumlichen und materiellen Umgebung aktiv auseinandersetzen. Innerhalb eines komplexen Netzwerkes wird das kindliche Lernen auch durch die individuelle biologische Ausstattung beeinflusst. Im Kindergarten ist zu beobachten, dass Kinder das Verhalten ihrer erwachsenen Bezugspersonen und anderer Kinder nachahmen und nach eigener Überprüfung entweder übernehmen, verändern oder ablehnen. In altersgemischten Gruppen werden die Kinder durch ältere Kinder motiviert neue Kultur-/Techniken, die diese bereits beherrschen, auch auszuprobieren, um sie selbst auch zu beherrschen. Die pädagogischen Fachkräfte unterstützen selbstaktiv und engagiert die Lern-, Leistungs-, Bildungs- und Handlungsfähigkeiten/-bereitschaften der Kinder. Jedes Kind bekommt die Möglichkeit, vielfältige Sozialerfahrungen zu machen und dadurch Selbständigkeit im Umgang mit sich und mit anderen zu erlangen. Die pädagogischen Fachkräfte fördern die Kind-Kind-Beziehung durch individuelle Impulse.
Leitsatz 4
- Die pädagogischen Fachkräfte übernehmen in der Elementarpädagogik eine wichtige Rolle, indem sie entwicklungsfördernde Impulse für die Kinder und deren zukünftiges Lernverhalten setzen. Sie befinden sich selbst in einem kontinuierlichen Lernprozess, in dem sie sich, geprägt durch ihre eigene Kindheitsgeschichte, damit auseinandersetzen, was es bedeutet, heute Kind zu sein. Die pädagogischen Fachkräfte erarbeiten ein ganzheitliches Erziehungskonzept für eine kindgerechte und zeitgemäße pädagogische Arbeit. Die pädagogischen Fachkräfte richten ihre Arbeit auf den Auf- und Ausbau der Identität von Kindern aus, unterstützt ihre Selbstbildung und fördert in allen Bereichen ihre Selbständigkeit. Regelmäßige Fortbildungen und kollegialer Austausch unterstützen die pädagogischen Fachkräfte in dieser Arbeit und gewährleisten die Auseinandersetzung mit pädagogischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die pädagogische Arbeit orientiert sich an dem aktuellen Wissen über Kindheit heute und leitet daraus den Bedarf einer gesunden, ganzheitlichen Entwicklung ab.
Leitsatz 5
- Mit ihrer Fachkompetenz und Professionalität sind die pädagogischen Fachkräfte in der Lage, die Eltern in ihrer Erziehungsaufgabe zu unterstützen und zu ergänzen. Dazu gehört, dass sie mit weiteren Institutionen Kontakt herstellen und mit diesen Kooperationen eingehen. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit treten sie für die Arbeit der Kindertagesstätten zum Wohl der Kinder und Eltern ein. Durch gezielte Beobachtung und Dokumentation behält die pädagogische Fachkraft jedes Kind in seiner individuellen Entwicklung im Blick. Sie ist dadurch in der Lage, Stärken und Schwächen zu erkennen und die Kinder ganzheitlich zu fördern. In regelmäßigen Gesprächen erfahren die Eltern, wie sich ihr Kind entwickelt. Durch enge Kooperation mit der Grundschule wird der Übergang in die Schule gut vorbereitet und für die Kinder positiv erlebbar. Bei Elternveranstaltungen, bei denen auch Erziehungsthemen angeboten werden, durch eine schriftliche Konzeption und das Angebot, im Kindergarten zu hospitieren, wird die Arbeit transparent. Dadurch wird das Vertrauen der Eltern gefördert und eine Reflektion ihres eigenen Erziehungsverhaltens angeregt.
Leitsatz 6
- Die pädagogischen Fachkräfte in den Kindertagesstätten sind Entwicklungsbegleiterinnen. Kinder wollen erfahren, was sie können, wollen ausprobieren, wie ihre Welt funktioniert. Im Tätigsein erobern sie sich die Welt und ihre Selbständigkeit. Die pädagogischen Fachkräfte schätzen die Neugierde und Lebendigkeit der Kinder und entdecken gemeinsam mit den Kindern neue Entwicklungsmöglichkeiten und Lerninhalte. Sie leben den Tag zusammen mit den Kindern, das heißt auch, sie versuchen sich die gleiche Neugierde wie Kinder zu erhalten und wollen Sinnzusammenhänge immer wieder neu begreifen.
Leitsatz 7
- Kindertagesstätten stellen einen Bezug zum Alltag der Kinder her und orientieren sich an deren elementaren Bedürfnissen. Kinder erleben sich als unverwechselbares Individuum. Die pädagogischen Fachkräfte stellen sich immer wieder die Frage, mit welchen Erlebnissen und Erfahrungen das Kind beschäftigt ist. Sie berücksichtigen die Biografien der Kinder. Sie suchen nach den Stärken des Kindes und fragen sich, was das Kind braucht, um seelisch zu wachsen. Das Lebensumfeld der Kindertagesstätte wird von den pädagogischen Fachkräften wahrgenommen. Sie schaffen Verknüpfungen und nutzen es gemäß der Möglichkeiten, die es bietet. Die pädagogische Fachkraft berücksichtigt jeweils die Lebenssituation und den Entwicklungsstand des Kindes und unterstützt es in der Entfaltung seiner individuellen Potenziale.
Leitsatz 8
- Kindertagesstätten sind Orte der Wertschätzung, an denen Kinder Respekt und Achtung erfahren. Respekt und Achtung stärken das Selbstwertgefühl. Kinder erleben eine angstfreie Atmosphäre und einen vertrauensvollen Umgang. Durch das in sie gesetzte Vertrauen entwickeln Kinder Persönlichkeit, Selbstbewusstsein und Durchhaltevermögen. Die pädagogischen Fachkräfte sind Bündnispartner des Kindes und fühlen sich zu aller erst den Kindern verpflichtet.
[Bearbeiten] Standards
Soweit im nachfolgenden Text die Bezeichnung „Erzieherin“ verwendet wird, geschieht dies zur textlichen Vereinfachung und bezieht alle pädagogischen Qualifikationen ein.
4.1. Rahmenbedingungen für die pädagogische Arbeit
4.1.1. Die Träger der Geislinger Kindertagesstätten sind aufgefordert, aufgrund der gesetzlichen Vorgaben bedarfsgerechte
Betreuungsangebote bereitzustellen.
4.1.2. Für 0 bis 2jährige besteht ein separates Betreuungsangebot.
4.1.3. Zur Konzeptionserarbeitung stellt der Träger dem Team fünf Tage zur Verfügung.
4.1.4. Zur Konzeptionsüberarbeitung stellt der Träger dem Team einen Tag zur Verfügung.*
4.1.5. Bei Leitungswechsel erhält das Team zwei Tage als Pädagogische Tage zur konzeptionellen Arbeit und Überarbeitung.
4.1.6. Bei Mitarbeiterwechsel oder Neueinstellung erhält das Team einen Tag zur konzeptionellen Arbeit. Bei
Anerkennungspraktikantinnen, bei Teilzeitkräften unter 45% und bei befristeten Arbeitsverträgen unter einem Jahr verkürzt sich der
Tag für das Team auf einen halben Tag.
4.1.7. Die Aufnahmekriterien und die Platzvergabe werden vom Träger in Zusammenarbeit mit den Leiterinnen bei Bedarf überarbeitet,
dokumentiert und veröffentlicht. Es wird zwischen Kindern unter 3 Jahren und über 3 Jahren unterschieden. Die Regelungen gelten
für alle Geislinger Kindertagesstätten.
4.1.8. Bei Bedarf werden Arbeitskreise zu speziellen Themen gegründet. *
4.1.9. Der Kooperationskreis „Geislinger Kindergärten“ trifft sich viermal jährlich sowie nach Bedarf jeweils an einem Nachmittag.
4.2. Dynamik des pädagogischen Geschehens Didaktische Gestaltung der Arbeit
4.2.1. Die Konzeptionsentwicklung wird vom Team als laufender Prozess verstanden.
4.2.2. Pädagogische Entwicklungen werden regelmäßig in die Konzeption eingearbeitet.
4.2.3. Das Gruppenkonzept (z.B. offene Gruppen, gruppenübergreifende oder Gruppeninterne Arbeit) orientiert sich an den Bedürfnissen
der Kinder und an den Rahmenbedingungen. *
4.2.4. Die Erzieherinnen planen ihre Aktivitäten unter Berücksichtigung methodischdidaktischer und entwicklungspsychologischer
Gesichtspunkte auf der Grundlage qualifizierter Beobachtungen, Dokumentationen und Reflektionen.
4.2.5. Kinderkonferenzen werden zu einem festen Bestandteil der Umgangskultur.
4.2.6. Die Erzieherin und die Kinder sprechen allgemein gültige, bedeutsame Regeln miteinander ab.
4.2.7. Die Erzieherin thematisiert mit den Kindern die Notwendigkeit bestimmter Aufgaben und sorgt durch einen verlässlichen
Tagesrhythmus und Rituale dafür, dass der Alltag in der Kindertagesstätte eine Struktur erhält, an der sich Kinder orientieren
können. *
4.2.8. Die Erzieherin stellt aufgrund ihres Fachwissens die Vernetzung der Entwicklungsbereiche her und unterstützt diese in
gemeinsam erlebten, sinnzusammenhängenden Tätigkeiten und Projekten. *
4.2.9. Jahreszeitliche und kulturelle Feste werden in der Planung berücksichtigt. Je nach pädagogischem Ansatz, werden sie zum
Ausgangspunkt oder Begleitelement innerhalb eines Projektes oder Vorhabens aufgenommen.
4.2.10. Die Beziehung zwischen Erzieherin und Kind basiert auf einer verlässlichen und emotionalen Verbundenheit.
4.2.11. Die Erzieherin verhält sich tolerant und interessiert gegenüber anderen Kulturen und Religionen.
4.2.12. Die Erzieherin richtet die inhaltlichen Schwerpunkte ihrer Arbeit an realen Lebenssituationen der Kinder aus.
4.2.13 Die Erzieherin praktiziert Gleichberechtigung. *
4.2.14 Für jedes Kind wird ein Portfolio angelegt. Das Portfolio ist Eigentum des Kindes und der Eltern, Kinder und Eltern haben Einblick
in das jeweilige Portfolio. *
4.3. Qualifikation der pädagogischen Fachkräfte
4.3.1. Erzieherinnen besitzen soziale Kompetenzen, wie Teamfähigkeit, Kooperationsbereitschaft mit allen am Arbeitsablauf Beteiligten
sowie Offenheit für neue Entwicklungen, Erkenntnisse und Methoden.
4.3.2. Die Erzieherin verfügt über eine abgeschlossene, staatlich anerkannte Ausbildung im sozial-pädagogischen Bereich.
4.3.3. Die Erzieherin bildet ihre persönliche individuellen Fähigkeiten aus bzw. weiter, um diese in der Kindertagesstätte und in der
Arbeit mit Kindern einzusetzen.
4.3.4. Die Erzieherin beherrscht sicher die deutsche Sprache in Wort und Schrift.
4.3.5. Die Erzieherin beherrscht den Umgang mit dem PC, die gängigen Programme sowie neue Medien. *
4.3.6. Die Erzieherin agiert und reagiert eigenverantwortlich und professionell im Umgang mit Kindern, Eltern, Kollegen, Träger,
Kooperationspartnern usw..
4.3.7. Die professionelle pädagogische Haltung spiegelt die inneren Werte und Einstellungen wider. Die Erzieherin ist ein Vorbild in allen
Bereichen und vermittelt Werte (Grundsatzeinstellungen)
4.3.8. Die Erzieherin ist sich ihrer Vorbildfunktion bewusst, die sich im äußeren Erscheinungsbild, in Verhaltens- und Umgangsformen
zeigen. Hierbei orientiert sie sich am Leitbild und den Werten des jeweiligen Trägers.
4.3.9. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und ihre Kompetenzen sind in der Kindertagesstätte als Ergänzung gern gesehen und erwünscht,
dürfen aber nicht zum Ersatz für pädagogische Fachkräfte werden.
4.3.10. Erzieherinnen, die Auszubildende anleiten, verfügen über eine Mentorenausbildung oder vergleichbare Qualifikation.
4.3.11. Pädagogische und andere Fachkräfte mit vergleichbaren Qualifikationen und aus verschiedenen Disziplinen sollten
bedarfsgerecht ergänzend / unterstützend eingesetzt werden.
4.3.12. Stellenbeschreibungen werden vom Träger für jede Mitarbeiterin erstellt. *
4.4. Qualifikation / allgemeine Aufgaben der Leitung einer Kindertagesstätte
4.4.1 Die Leitung verfügt über eine entsprechende Zusatzqualifikation bezüglich Organisation und Mitarbeiterführung.
4.4.2 Die Leitung verfügt über Schlüsselqualifikationen wie Kommunikations-, Kooperationsfähigkeit, Methodenkompetenz sowie über
Führungsqualitäten wie Organisationstalent, Belastbarkeit und die Fähigkeit, Aufgaben zu delegieren. *
4.4.3. Die Leitung trägt die Gesamtverantwortung für die Kindertagesstätte und für die entwicklungsunterstützende und –fördernde
Atmosphäre für Kinder und Erzieherinnen.
4.4.4. Die Leitung entwirft mit den Erzieherinnen, in Abstimmung mit dem Träger, und unter Berücksichtigung der Konzeption der
Einrichtung, des Leitbilds und aktueller Erfordernisse, Visionen für die Weiterentwicklung der Einrichtung.
4.4.5. Die Leitung gewährleistet für ihre Mitarbeiterinnen den Informationsfluss und die notwendige Transparenz zwischen Träger und
Einrichtung. Die Leitung gibt alle Informationen, Post, Fachliteratur usw. an die Mitarbeiter weiter. Es erfolgt eine
Besprechung/Bearbeitung im Team.
4.4.6. Mindestens sechs Mal jährlich findet ein trägerinternes Gespräch der Leiterinnen statt.
4.4.7. Die Leiterinnen aller Geislinger Kindertagesstätten treffen sich mind. einmal jährlich. *
4.4.8. Bestimmte Leitungsaufgaben können an Mitarbeiterinnen delegiert werden. Die Verantwortung liegt bei der Leitung. Ergebnisse
werden dokumentiert und sind verbindlich.
4.4.9. Der Träger beteiligt die Leitung bei der Einstellung neuer Mitarbeiterinnen.
4.4.10. Die Leitung führt einmal jährlich Mitarbeitergespräche. *
4.4.11. Die Leitung entwirft die Mitarbeiterzeugnisse und stimmt sie mit dem Träger ab.
4.5. Fort- und Weiterbildung
4.5.1. Generell wird Bereitschaft und Interesse der Erzieherinnen für Fortbildungen und Persönlichkeitsentwicklung vorausgesetzt.
4.5.2. Das Fachpersonal schafft durch ständigen Austausch, Fort- und Weiterbildung eine gemeinsame pädagogische Basis. *
4.5.3. Fortbildungen orientieren sich am Bedarf der Einrichtung.
4.5.4. Der Träger stellt die Erzieherinnen für Fortbildungen frei.
4.5.5. Leitungen können an speziellen Fortbildungen teilnehmen.
4.5.6. Der Träger stellt Fachliteratur übergreifend für alle seine Einrichtungen zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei
wird eine trägerübergreifende „Fachbibliothek“ eingerichtet (z. B. für Standard-Werke).
4.5.7. Fortbildungsveranstaltungen werden auch trägerübergreifend organisiert und angeboten.
4.5.8. Fortbildungen zu grundlegenden Themen finden für das gesamte Team statt. *
4.5.9. Für Fortbildungen stehen jeder Erzieherin mindestens drei Arbeitstage pro Jahr zur Verfügung.
4.5.10. Die Kosten für die Fortbildung (Gebühren, Raummiete, Referenten, Fahrtkosten, Übernachtungskosten, Arbeitszeit) trägt der
Arbeitgeber im Rahmen des bereitgestellten Budgets.
4.6. Zusammenarbeit im Team
4.6.1. Die Erzieherinnen verstehen sich als bedeutsamer Teil der Einrichtung. Sie kennen die Ziele, das Selbstverständnis des Trägers
und die spezifischen Aufgaben der Einrichtung.
4.6.2. Die Erzieherinnen sehen das Team als ein Forum, das gemeinsame Visionen hat und an Strategien zur Verwirklichung arbeitet.
4.6.3. Die Erzieherinnen reflektieren ihre Arbeit regelmäßig gemeinsam und integrieren aktuelle Erkenntnisse in ihre Tätigkeit.
4.6.4. Die Erzieherinnen fühlen Selbstverantwortung für ihre Arbeit, handeln selbstaktiv und unterstützen damit die kollegiale Arbeit.
4.6.5. Das pädagogische Fachteam entwickelt eine interne Kommunikations- und Informationsstruktur, um den Informationsfluss zu
gewährleisten und ein vernetztes, aufeinander abgestimmtes Arbeiten zu ermöglichen.
4.6.6. Die Erzieherinnen bringen in alltäglichen Begegnungen und in Teamsitzungen hilfreiche Impulse zur Verbesserung der
Umgangskultur und des Arbeitsklimas ein.
4.6.7. Die Erzieherinnen übernehmen in Absprache mit dem Kollegium gemeinsam erarbeitete Aufgaben. Sie halten sich an getroffene
Absprachen und Regeln, sind zuverlässig und arbeiten ausdauernd auch an längerfristigen Vorhaben mit.
4.6.8. Teamsitzungen finden mindestens einmal wöchentlich für alle verbindlich statt. Dabei werden organisatorische und pädagogische
Themen gleichberechtigt behandelt. Die Erzieherinnen bereiten sich auf Teambesprechungen und inhaltliche Diskussionen vor.
Die Gesprächsführung achtet auf Ziel- und Zeitorientierung. Die Ergebnisse werden in Protokollen festgehalten und stehen dem
Team zur Information zur Verfügung. *
4.6.9. Die Erzieherinnen begreifen Konflikte als positive Herausforderung, sie suchen den konstruktiven Dialog und sorgen aktiv für ein
gutes Arbeitsklima. Der Träger unterstützt das Team und bietet bei Bedarf Fachberatung, kollegiale Beratung und Supervision an.
4.6.10. Die Erzieherinnen arbeiten an der Gleichstellung aller Kolleginnen. Der Umgang im Team ist von Respekt, Wertschätzung und
Achtung geprägt.
4.7. Zusammenarbeit mit den Eltern
4.7.1. Grundlage ist eine offene und von gegenseitiger Wertschätzung geprägte Erziehungspartnerschaft zwischen den Einrichtungen
und den Eltern bzw. den Sorgeberechtigten.
4.7.2. Im Rahmen der Eingewöhnungsphase des Kindes finden individuelle Aufnahmegespräche statt. *
4.7.3. Zu den Kontaktmöglichkeiten zählen Tür- und Angelgespräche und Entwickl ungsgespräche.
4.7.4. Entwicklungsgespräche finden mindestens einmal jährlich und situationsbedingt statt. *
4.7.5. Den Eltern werden Informationsveranstaltungen zu pädagogischen Themen angeboten.
4.7.6. Den Eltern werden Hausbesuche angeboten.
4.7.7. Die Eltern werden regelmäßig zum Beispiel durch Eltern-Infos und Elternabende informiert, ggf. auch mehrsprachig.
4.7.8. Die Eltern sind eingeladen durch Hospitationen die Arbeit der Einrichtung näher kennen zu lernen und an Projekten, Festen und
Feiern mitzuwirken.
4.7.9. Für Eltern werden je nach räumlichen und personellen Rahmenbedingungen Kurse mit anderen Fortbildungsträgern angeboten.
4.7.10 Wenn kein regelmäßiger persönlicher Kontakt zu den Eltern möglich ist, werden Informationen über das Kind durch kurze
schriftliche Nachrichten ausgetauscht (>> Infoheft)
4.7.11. Der Träger begleitet die Zusammenarbeit der Kindertagesstätte mit den Eltern.
4.7.12. Die Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat findet nach den gesetzlichen Vorgaben statt. *
4.7.13. Durch ein bedarfsgerechtes Angebot werden die Eltern entlastet und unterstützt.
4.7.14. Die Eltern erhalten bei Bedarf Information, Beratung und Vermittlung von weiteren psychosozialen Hilfen bei Erziehungsfragen. 4.7.15. Die Kindertagesstätte schafft Möglichkeiten für Eltern, mit anderen Eltern in Kontakt zu kommen, damit diese sich vernetzen,
austauschen und gegenseitige Hilfe (z. B. Abholung) organisieren können; z. B. durch Elterntreffs, Kontaktgruppen,
Stammtische o.ä.
4.8. Zusammenarbeit mit dem Träger
4.8.1. Mindestens zwei Mal jährlich findet ein Gespräch zwischen Fachbereich/Pfarrer und allen Leiterinnen des Trägers statt.
4.8.2. Jährlich findet ein Gespräch zwischen Oberbürgermeister, Dekanin, dem Leiter der Kath. Seelsorgeeinheit und den Leiterinnen
aller Träger statt.
4.8.3. Mindestens viermal jährlich findet eine Dienstbesprechung der Leiterinnen und dem Träger (Pfarrer / Kirchenpflege / Sachgebiet /
Fachberatung) statt.*
4.8.4. Mindestens einmal jährlich findet eine trägerinterne Erzieherinnen- Vollversammlung statt.
4.8.5. Einmal jährlich findet ein Beratungs- und Fördergespräch / Personalentwicklungsgespräch zwischen Leitung und
Dienstvorgesetztem statt.
4.8.6. Einmal jährlich oder nach Bedarf nehmen Trägervertreter an Teamsitzungen teil.*
4.9. Zusammenarbeit mit anderen Institutionen Die Kindertagesstätte ist Teil des Gemeinwesens. Sie ist damit eine wichtige Einrichtung im jeweiligen Sozialraum. Die Erzieherinnen fühlen sich verpflichtet mit allen Partnern und Gruppen offen und konstruktiv zusammenzuarbeiten.
4.9.1. Die Kooperation zwischen Grundschule und Kindertagesstätte wird optimiert und intensiviert. Die Kooperationslehrer besuchen
spätestens im Oktober des jeweiligen Schuljahres erstmalig die Kindertagesstätte. *
4.9.2. Gemeinsam mit der Schule werden konkrete Standards der Kooperation festgelegt. Das „Geislinger Könnensprofil“ wird an die
Schulen unter Berücksichtigung des Datenschutzes (Einwilligung der Eltern!) weitergegeben.
4.9.3. Die Kindertagesstätten fühlen sich der Ausbildung der künftigen Erzieherinnen verpflichtet. Mit Fachschulen und Fachakademien
wird im Sinne einer Ausbildungspartnerschaft praxisnah zusammen gearbeitet.
4.9.4. Die Kindertagesstätte unterstützt berufsorientierende Maßnahmen von jungen Menschen.
4.9.5. Im Rahmen einer ganzheitlichen Förderung wird mit verschiedenen Fachdiensten zusammen gearbeitet (z. B. Beratungsstellen,
Frühförderung, Jugendamt, SPZ, Ärzten, Gesundheitsamt usw.) *
4.10. Öffentlichkeitsarbeit Alle Erzieherinnen in den Kindertagesstätten betrachten Öffentlichkeitsarbeit als wichtige Aufgabe für ihre Arbeit und ihre Einrichtung.
4.10.1. Im engen Kontakt zu den Medien wird dort regelmäßig über Aktionen, Projekte, Veranstaltungen, größere Veränderungen,
Sponsoring berichtet. Dabei werden die Persönlichkeitsrechte der Kinder („Recht am eigenen Bild“!) beachtet.
4.10.2. Jede Einrichtung bezieht sich bei Veröffentlichungen auf ein eigenes Logo.
4.10.3. Jede Kindertagesstätte nutzt verschiedene Wege der internen und externen Kommunikation um über ihr Angebot und ihre
Konzeption zu informieren. *
4.10.4. Jede Einrichtung verfügt über ein Info-Blatt. Dies beinhaltet die Öffnungszeiten, einen Lageplan, ein Foto der Einrichtung, die
Ansprechpartner, Adresse mit Telefonnummer und Internatadresse, eine kurze Zusammenfassung der Zielsetzung und der
Besonderheiten.
4.10.5. Jeder Träger stellt in einer Broschüre seine Einrichtungen vor.
4.10.6. Über den Internet-Auftritt des Trägers sind mindestens die allgemeinen Informationen über die Kindertagesstätte abrufbar. Freie
Träger werden mit der Homepage der Stadt Geislingen verlinkt. Jede Einrichtung hat eine eigene Mailadresse.
4.10.7. Jede Kindertagesstätte präsentiert sich bei Veranstaltungen im Einzugs- und Stadtgebiet.
4.10.8. Es besteht nach Absprache die Möglichkeit in der Einrichtung zu hospitieren.
4.10.9. Die Erzieherinnen nehmen an berufsgruppenrelevanten Veranstaltungen teil.
4.10.10. Bei trägerübergreifenden Themen werden gemeinsam Informationsbroschüren o. ä. erstellt und herausgegeben. Dazu wird ein
„Redaktionsteam“ gebildet.
4.10.11. Bei öffentlichen Veranstaltungen tragen alle Erzieherinnen ein Namensschild mit Namen, Logo der Einrichtung und des Trägers. 4.10.12. Es werden öffentliche Veranstaltungen zu aktuellen pädagogischen Themen angeboten.
4.10.13. Die Träger stellen jährlich die Ergebnisse der Bedarfsplanung für die Kindertagesstätten öffentlich vor.
4.10.14. Einmal jährlich diskutiert der Gemeinderat der Stadt Geislingen mit den Leiterinnen aller Träger aktuelle Themen der
Elementarpädagogik.
4.10.15. Die Erzieherinnen setzen sich auf allen politischen Ebenen für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen ihrer
Kindertagesstätten ein. *
4.11. Personalschlüssel
4.11.1. Grundsätzlich sind die gesetzlichen Regelungen Maßstab und Grundlage. *
4.11.2. Der Träger sorgt jederzeit dafür, dass ein Personalschlüssel von mindestens 1,5 Kräften für die Betreuung der Kinder in den
Gruppen der Regelkindergärten vorhanden ist. (Krankheit, Urlaub, Fortbildung, etc.)
4.11.3. Ziel ist in Regelgruppen ein Betreuungsschlüssel von 2,0 Fachkräften. Angestrebt wird bei Ausfallzeiten (Krankheit, Fortbildung,
...) von Fachpersonal eine Vertretung ab dem ersten Tag.
4.11.4. Anerkennungspraktikantinnen (AP) werden zu 70 % als Fachkräfte gerechnet. Während der Hauptbetreuungszeit hat die AP
keine alleinige Verantwortung für die Gruppe.
4.11.5. Durchschnittlich 25 % der jeweiligen Wochenarbeitszeit gilt als Verfügungszeit; diese sollte zum überwiegenden Teil in der
Einrichtung erbracht werden.
4.11.6. Empfohlen wird bei einer Einrichtung mit 2 Gruppen eine Freistellung der Leitung mit 25 %, bei 3 Gruppen mit 50 % und bei 4
oder mehr Gruppen mit 100 %. Werden in der Kindertagesstätte integrative o. ä. Aufgaben wahrgenommen (z.B. hoher Anteil von
Kindern mit Migrationshintergrund), erhöht sich der Prozentanteil. Die Freistellung ist durch entsprechendes zusätzliches
Personal abzudecken.
4.12. Gruppengröße
4.12.1. Grundsätzlich sind die gesetzlichen Regelungen Maßstab und Grundlage. Ergänzend dazu sollte die Gruppengröße
„bedarfsorientiert“ festgelegt werden.
4.13. Räumlich-Materielle Ausstattungsmerkmale
4.13.1. Räume und Materialien bieten den Kindern ein geeignetes Lernumfeld und regen zu selbstaktiven Bildungsprozessen an. * 4.13.2. Die rechtlichen Vorgaben zum Platzbedarf gelten als Mindeststandard.
4.13.3. Für das Personal gibt es ein separates Büro.
4.13.4. Für Elterngespräche, Kleinteams, Sprachförderung usw. gibt es einen entsprechenden Raum.
4.13.5. Die Einrichtung hat ein gepflegtes und intaktes Erscheinungsbild. *
4.13.6. Für jede Erzieherin wird ein abschließbares Personalfach bereitgestellt.
4.13.7. Der Außenbereich ist angemessen und bedarfsgerecht. Teile des Außenspielbereichs sollen überdacht sein. *
4.13.8. Kontrollen werden regelmäßig und Reparaturen zeitnah und fachmännisch entsprechend der Verkehrssicherungspflicht
durchgeführt.
4.13.9. Bauliche Unterhaltungsmaßnahmen erfolgen regelmäßig.
4.13.10. Die Einrichtung verfügt über eine zeitgemäße technische Ausstattung.
[Bearbeiten] Zusammenfassung der Ergebnisse der Fragebögen
Befragt wurden im Frühjahr 2006 durch Prof. Hans-Jochen Wagner 20 Einrichtungen in Geislingen, 95 Einzelfragebögen wurden ausgewertet.
Struktur der Einrichtung
Innerhalb der letzten zehn Jahre fanden umfassende strukturelle Veränderungen in Kindergärten und Kindertagesstätten statt. Durch wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen und nicht zuletzt durch den Mitte der 90er Jahre installierten „Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz“ kamen neue Anforderungen von Seiten der Träger in die bis dahin relativ stabilen Strukturen. (Merz, Christine, „Kiga heute 3/2005“) Dies hat auch in Geislingen Auswirkungen z.B. auf die Zahl der Migranten und auch auf zusätzliche Betreuungsangebote. Von insgesamt 891 betreuten Kindern stammen im Jahr 2006 345 aus Migrantenfamilien. Dies sind immerhin 38,7 %
Welche Altersgruppen werden in Ihrer Einrichtung betreut?
Die Öffnung nach unten kommt. Auch bei den Teilnehmerinnen unserer Umfrage wird deutlich, dass die Mehrheit der betreuten Altersgruppen, wie in allen bundesdeutschen Einrichtungen, nach wie vor bei Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren liegt. Eine Tendenz zur Betreuung vor allem der Kinder unter drei Jahren ist auch in der Zukunftserwartung der Geislinger Einrichtungen sichtbar.
Wie viele Kinder aus Migrantenfamilien werden derzeit in Ihrer Einrichtung betreut?
Ein Großteil (immerhin 15 Einrichtungen) aller Kindertagesstätten in Geislingen betreut Kinder aus Migrantenfamilien im Kindergartenalltag und versucht sie in die Kindergruppe zu integrieren, d. h. pädagogische Aufgaben auch interkulturell wahrzunehmen. Dies wird zu einem flächendeckenden Auftrag für Kindertagesstätten - auch in ländlichen und kleinstädtischen Gebieten. Bemerkenswert allerdings, dass in 5 Einrichtungen keine Migrantenkinder gezählt werden. In anderen dagegen 20 bis 40 Kinder. Hier kann ein deutliches Ungleichgewicht benannt werden. Die langfristige zu klärende Frage wäre, inwiefern die Geislinger Elementarpädagogik eine Möglichkeit sieht, diese Ungleichgewichtung auszugleichen. Eventuell, entsprechend der Aufgabenstellung, durch personelle (Um…)-Besetzung ?
Werden in Ihrer Einrichtung auch Kinder mit besonderem Förderbedarf (Entwicklungsverzögerungen, Behinderungen ...) aufgenommen?
Die Aufnahme von Kindern mit „besonderem Förderbedarf“ hat auch in Geislingen zugenommen! Sehr auffällig ist dieses Ergebnis im Hinblick auf die bundesweite Vergangenheit. Was noch Anfang der 90er Jahre eine Besonderheit war, nämlich die Integration von behinderten Kindern in eine Regeleinrichtung, hat sich heute dahingehend entwickelt, dass bundesweit in über 70% der Einrichtungen lntegrationskinder betreut werden. (Merz, Christine 2005) In Geislingen sind es immerhin 14 Einrichtungen in denen 28 Kinder betreut werden. Dies sind 3,1 %. (Stand Mai 2006). Somit liegt Geislingen deutlich unter dem Bundesschnitt der bei ca. 10 % liegt. Hier ist auch laut Erwartung der Erzieherinnen in den Einrichtungen im Laufe der nächsten Jahre mit einer Zunahme zu rechnen. Dies dürfte allerdings nicht nur an der Öffnung der Regeleinrichtungen für die Ziele einer gemeinschaftlichen Erziehung liegen, sondern hat auch mit Finanzierungsmodellen und sicher zukünftig auch mit dem Rückgang der Geburtenziffer und damit den Anmeldungen zu tun. Andererseits sind diese Zahlen auch ein Hinweis auf die Notwendigkeit von adäquaten Qualifikationsmaßnahmen des pädagogischen Fachpersonals.
Erzieherin für Kinder mit besonderem Förderbedarf
Steht für diese Kinder eine Erzieherin mit Zusatzqualifikation zur Verfügung? Es gibt leider auch in Geislingen nur einen geringen Anteil von Erzieherinnen mit Zusatzqualifikationen im Hinblick auf „Förderkinder“. In 14 Einrichtungen werden Kinder mit Förderbedarf ohne Zusatzqualifikation betreut.
Wie sind die Öffnungszeiten Ihrer Einrichtung?
Die Öffnungszeiten sind bedarfsangepasst und höchst unterschiedlich! Die klassischen, festgeschriebenen Öffnungszeiten gehören auch in Geislinger Einrichtungen der Vergangenheit an. In der Beantwortung dieser Frage zeigt sich deutlich, dass die meisten Einrichtungen die Öffnungs- und Schließzeiten individuell gestalten und wohl auch regelmäßig bedarfsgerecht anpassen. Sie sind so individuell und unterschiedlich, dass es nicht sinnvoll ist, sie grafisch darzustellen.
Wird in Ihrer Einrichtung ein warmes Mittagessen angeboten?
Die Zahl der Einrichtungen, die Kindern einen warmen Mittagstisch anbieten, ist in Geislingen mit 4 Einrichtungen gering. Bundesweit hat sich dieses Angebot vervielfacht! Der Trend zum Mittagstisch setzt sich, offensichtlich flächendeckend und relativ unabhängig von der Sozialstruktur, also auch in eher ländlichen Gebieten, langfristig durch.
Welche pädagogischen Fachkräfte arbeiten in Ihrer Einrichtung?
In Geislinger Kindertagesstätten arbeiten nach wie vor nur Erzieherinnen! In diesem Bereich zeigt auch der bundesweite Vergleich mit den Zahlen von 1990 fast keine Veränderungen. Deutlich auch in Geislingen der Schnitt von ca. 20 % Kinderpflegerinnen im Vergleich zu Erzieherinnen
Wie viele Mitarbeiterinnen arbeiten in Teilzeit?
Die Teams bestehen vermehrt aus Mitarbeiterinnen, die in Teilzeit arbeiten! Immerhin 51 von 107 !! (Stand Mai 2006) Der außergewöhnlich hohe Anteil von Teilzeitkräften im Arbeitsfeld Kindertageseinrichtung ist einerseits sehr erfreulich, denn er bietet Frauen in einem ausgewiesenen Frauenberuf die häufig gewünschten Möglichkeiten für einen sanften Wiedereinstieg nach der Familienpause und erleichtert den bekanntermaßen schwierigen Spagat zwischen Beruf und Familie. Andererseits ergibt dies für die Einrichtungen und dort explizit für die Leitung und das Team eine erhöhte organisatorische Belastung sowie auch eine Herausforderung im Hinblick auf die Qualität der pädagogischen Arbeit. Gleichzeitig ist die reduzierte personelle Ausstattung der Einrichtungen einer der wesentlichsten Kritikpunkte Geislinger Teams insgesamt.
Ist die Leiterin freigestellt?
Der Anteil der Freistellung der Leiterinnen ist unbefriedigend! In Anbetracht der Tatsache, dass die bildungspolitischen Anforderungen an Kindertagesstätten immer höher, die Aufgaben immer umfassender und komplexer werden, sollten sowohl die Qualifizierung als auch der Anteil der Freistellung im Zeitbudget der Leiterinnen zumindest diskutiert werden — mit dem Ziel, Standards zu finden, die die Erfüllung der zukünftigen Aufgaben gewährleisten.
Ausbildung der Leiterin - Über welche Ausbildung verfügt die Leiterin?“
Geislinger Leiterinnen sind in der Regel (12) Erzieherinnen mit Berufserfahrung, z.T. mit Zusatzqualifikationen. Auch diese Umfrage zeigt deutlich, dass die - auch von Erzieherinnen selbst vielfach geforderte – offizielle, spezifische Leiterinnenausbildung noch immer auf sich warten lässt.
Hat Ihre Einrichtung ein schriftlich formuliertes Konzept?
Von 20 Einrichtungen haben 7 kein schriftliches Konzept. Von den verbleibenden bezieht sich wiederum die Hälfte der Einrichtungen auf schriftliche Konzeptionen die zwischen 5 und zehn Jahre alt sind. Neuere Konzepte aus den Jahren 2002 — 2005 liegen in nur 5 Einrichtungen vor. Hier wird ein dringender Handlungsbedarf deutlich. Die angemahnt Implementierung des Orientierungsplanes bietet gute Voraussetzungen zur Entwicklung entsprechender Konzeptionen.
Hat sich Ihre Einrichtung für ein besonderes Profil entschieden?
Hier werden alle Schwerpunkte der Arbeit als „Profil“ genannt. In diesem Zusammenhang muss ein gemeinsames Verständnis von Profilierung benannt werden. Das gleiche gilt für Fortbildungen und Zusatzqualifikationen. Solche werden zwar besucht, aber unklar ist z.B. wie das von Einzelnen „Neu Gelernte“ im Team und in der Einrichtung multipliziert und umgesetzt bzw. im Team der fachliche Austausch strukturiert und dokumentiert wird?
Stellt die Zusammenarbeit mit den Eltern einen besonderen Schwerpunkt in Ihrer Einrichtung dar?
Geislinger Einrichtungen haben den Stellenwert der Zusammenarbeit mit den Eltern erkannt und reagieren entsprechend! In den Kindertagesstätten ist man sich bewusst, dass die Förderung frühkindlicher Bildungsprozesse nur in Zusammenarbeit mit den Eltern geleistet werden kann. Dies zeigt sich in den vielen gemeinsamen Unternehmungen, auf die in allen Geislinger Einrichtungen gesteigerter Wert gelegt wird. Offensichtlich erfordert der Umgang mit den zunehmend brüchigen Familienverhältnissen und deren komplexen Folgen für die Kinder in unserer Gesellschaft auch in Geislingen eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Elternhaus. Nach den Daten der Fragebögen beziehen Geislinger Teams die Eltern weitmöglichst mit ein und reagieren mit verschiedensten Angeboten, auch indem sie zunehmend Elterngespräche (immerhin die am häufigsten genannte Form der Elternarbeit )und Beratungsleistungen erbringen, um die Erziehungskompetenz der Eltern zu unterstützen. Fachliche Standards sind in diesem Zusammenhang allerdings nicht erkennbar:
- Wie werden Aufnahme- u. Entwicklungsgespräche geführt?
- Werden sie protokolliert und wem sind diese Protokolle zugänglich?
- Welche Zielfestschreibungen resultieren hieraus und wie werden diese methodisch umgesetzt?
Konsequenterweise schließt sich hier aber auch die Frage an, wie viel Zeit den pädagogischen Fachkräften neben der Arbeit am Kind zur Vor- und Nachbereitung, zur Reflexion der pädagogischen Angebote, aber auch zur Durchführung anderer Dienstleistungen, beispielsweise der Elternarbeit, zur Verfügung steht ? Hier gibt es bei den kommunalen wie den freien Trägern klare Festlegungen.
Die Altersstruktur der Erzieherinnen hat sich verändert
Aus Erhebungen des statistischen Bundesamtes wissen wir, dass die Hälfte aller praktizierenden Erzieherinnen in Deutschland mittlerweile über 40 Jahre alt ist. Das lässt Rückschlüsse zu auf gesellschaftliche Veränderungen, sowohl im Rollenverständnis und in den persönlichen Lebensentwürfen, als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Auch die Beteiligten an unserer Umfrage bestätigen die erhebliche Veränderung in der Altersstruktur seit der ersten Hälfte der 90er Jahre. Bis dahin war der Beruf der Erzieherin von einer hohen Fluktuation betroffen. Es war damals — zumindest in Westdeutschland — die Regel, dass pädagogische Mitarbeiterinnen in Kindertagesstätten mit Eintritt in die Familienphase aus dem Beruf ausstiegen. Noch 1990 waren bundesweit 60% der Erzieherinnen unter 30 Jahre alt und noch keine zehn Jahre im Beruf tätig. (Merz, Christine 2005)
Die an unserer Umfrage in Geislingen Beteiligten haben ein Durchschnittsalter von 35,4 Jahren und 63,6 % haben eigene Kinder. 57,9 % der Erzieherinnen in Geislingen liegen im Alter zwischen 35 — 60 Jahren.
Übrigens: Am Anteil der Männer, die in Kindertagesstätten arbeiten, hat sich leider nichts verändert, er liegt in Geislingen bei 0 %, bundesweit bei 2%.
Welche Arbeitsschwerpunkte setzen Sie für die Zukunft? (Resümee)
Hier wird Bildung ‚ Betreuung und Erziehung an oberster Stelle genannt. Deutlich wird aber auch, dass in der Einschätzung der Erzieherinnen die Elternbildung und Beratung der Herkunftsfamilien als eine wachsende Aufgabe erkannt wird. Die Vernetzungsarbeit und die Betreuung der unter Dreijährigen rücken offensichtlich ebenfalls in Zukunft mehr in den Blickpunkt Geislinger Erzieherinnen. Vergleichsweise wenig Bedeutung wird dem Bereich Begegnung, Beratung und Information im Gemeinwesen zuerkannt. Wobei sich dies nach Zahlenbetrachtung der für die Zukunft als wichtig erkannten Arbeiten wieder etwas relativiert. Der Blick auf die Zahlen insgesamt zeigt auch in Geislingen eine Verschiebung der Gewichtung von der individuellen Betreuung und Förderung von Kindern hin zur Umsetzung von Bildungs —bzw. des Orientierungsplänen. In Bezug auf eine einheitliche Sprachförderung wird Handlungsbedarf deutlich. Zwar wird in 14 Einrichtungen nach dem Modell der Landesstiftung gearbeitet, es gibt aber offensichtlich keine gemeinsamen Standards zu dieser wichtigen Bildungssequenz:
- wie wird dokumentiert?
- Wie der Sprachstand erhoben?
- Werden Förderpläne erstellt?
- Wie wird das Programm insgesamt umgesetzt und z.B. gegenüber der Schule multipliziert?
Bedauerlicherweise werden auch Entwicklungsprozesse der Kinder nur sehr undifferenziert und insgesamt wenig aufeinander abgestimmt dokumentiert. Hier können und müssen deutliche Akzente gesetzt werden.
Erstaunlich, dass bei der Frage, woraus die größte Zufriedenheit im Beruf resultiere, der „tägliche Umgang mit dem Kind“ am, mit Abstand häufigsten, genannt wird. Gleichzeitig wird dem „fachlichen Austausch im Kollegenkreis“ eine geradezu untergeordnete Stellung beigemessen. Im Gegensatz hierzu wird aber bei der Frage nach dem „wichtigsten Veränderungswunsch“, der verbesserten Teamarbeit eine herausragende Stellung zuerkannt. Ebenso wird bei den persönlichen Anmerkungen, „bessere Teamarbeit“ als dringend nötig angemahnt.
Von 95 Kolleginnen haben 32 keine Veränderungswünsche. Insgesamt scheint also in den Einrichtungen nach diesen Rückmeldungen zumindest bei einem Drittel der Mitarbeiterschaft eine ordentliche Zufriedenheit vorzuherrschen. Benannte Veränderungswünsche liegen zuvorderst im personellen Bereich. Interessant auch die mehrmalige Einforderung der als fehlend beschriebenen, aber als notwendig erachteten Wertschätzung der Arbeit in der öffentlichen Wahrnehmung. Ebenso werden Betreuung und Förderung von unter Dreijährigen sowie Vernetzungsaufgaben und eine zunehmend notwendigen Öffentlichkeitsarbeit als die zukünftig wichtigen Entwicklungsschwerpunkte gesehen.
Beklemmend, aber leider landkreisweit eine nicht zu übersehende Entwicklung, ist die radikal zurückgehende Bereitschaft zur Ausbildung von Praktikantinnen. Vielleicht geht dieses Phänomen einher mit der Tatsache, dass sich zwei Drittel der Kolleginnen von den Trägern zu wenig, oder gar nicht, unterstützt fühlt. Ein leider nur kleiner Teil der Teilnehmerinnen an unserer Fragebogenaktion hat auch die Chance genutzt, sich mit einigen Sätzen zu ihrer speziellen eigenen Situation zu äußern. Insgesamt kommen von 16 Mitarbeiterinnen persönliche Anmerkungen zur Arbeit. Bei den abgegebenen Stimmen mischen sich große Sorgen um die Verschlechterung der Rahmenbedingungen mit kritischen Bemerkungen zur Teamarbeit. Gleichzeitig wird aber, wie schon erwähnt, dem konstruktiven fachlichen Austausch unter Kolleginnen ein geradezu untergeordneter Stellenwert beigemessen. Hier ist deutlicher Handlungsbedarf erkennbar.
LITERATUR
Flösser, Gaby: Qualität, in Handbuch für Kinder — und Jugendhilfe Hrsg. W.Schröer, N. Struck, M. Wolff JUVENTA Verlag 2002 Gisbert, Kristin: Lernen Lernen, Beiträge zur Bildungsqualität, Hrsg. W. Fthenakis ,Beltz Verlag 2004
Krenz, Armin: Qualitätssicherung in Kindertagesstätten, Ernst Reinhardt Verlag 2001
Merz, Christine: Kiga heute 3/2005 Umfrage: Zwischen Kind und Bildungsplänen
Wagner, Hans-Jochen: „Qualitätsentwicklung konkret“ in Krenz, Armin (Hrsg.) Handbuch für Erzieherinnen, OLZOG-Verlag 2005
Zendel, Astrid: Qualitäts- und Leitbildentwicklung in Kindertageseinrichtungen Unveröffentlichte Diplomarbeit, Fachhochschule Esslingen 2004
[Bearbeiten] Zum Nachdenken
„Es gibt keine andere Erziehung, als Vorbild sein.“
Albert Einstein
„Wir können die Kinder nach unserem Sinne nicht formen;
so wie Gott sie uns gab, so muss man sie haben und lieben.!.“
Johann Wolfgang von Goethe
„Spielen ist nicht Spielerei, es hat hohen Ernst und tiefe Bedeutung“
Friedrich Fröbel
„Hilf mir es allein zu tun!“
Maria Montessori
„Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen .“
Aurelius Augustinus
„Kinder sind keine Fässer, die gefüllt, sondern Feuer, die entfacht werden wollen.“
andere Erziehung, als Vorbild sein.“
François Rabelais
[Bearbeiten] Dank
Der Prozess zur „Nachhaltigen Qualitätsentwicklung in Geislinger Kindertagesstätten“ war sehr arbeitsintensiv. Zahlreiche Beteiligten haben durch ihre engagierte Mitarbeit in zahlreichen Arbeitssitzungen dazu beigetragen, dass dieses Projekt und das vorliegende Handbuch erarbeitet werden konnte.
Ein herzliches und aufrichtiges Dankeschön gilt daher folgenden Beteiligten:
Baches Blanka (Evang. Oberlin-Kindergarten),
Bäumler Gisela (Kath. Kindergarten St. Sebastian),
Bianco Agata (Städt. Kindergarten Parkstraße),
Bieche Katharina (Evang. Wölk – Kindergarten),
Biegert Brigitte (Kath. Kindergarten St. Johannes),
Bucher Margund (Städt. Kinderhaus am Tegelberg),
Bühlmaier Sabine (Städt. Kindergarten Parkstraße),
Cetkin-Isler Ayten (Städt. Kindergarten Sonnenschein),
Eberhard Andrea (Evang. Niemöller-Kindergarten),
Fitterling Herbert (Stadt Geislingen),
Gachstetter Thomas (Stadt Geislingen),
Glemser Ulrike (Evang. Gesamtkirchengemeinde),
Häcker Martina (Evang. Niemöller-Kindergarten),
Hanusch Melanie (Kath. Kindergarten St. Elisabeth),
Janz Larissa (Evang. Paulus-Kindergarten),
Jurczyk Petra (Städt. Kindergarten Parkstraße),
Kaminski Eleonora (Kath. Kindergarten St. Elisabeth),
Klotzbücher Claudia (Städt. Kinderhaus am Lindenhof),
Kober Irina (Evang. Kindergarten Weiler),
Köpf Ursula (Kath. Kindergarten St. Sebastian),
Lammertz Jutta (Kath. Kindergarten St. Johannes),
Leonhardt Ursula (Städt. Kindergarten Türkheim),
Mirovsky Susanne (Kath. Kindergarten St. Elisabeth),
Nilgun Eliacik (Städt. Kindergarten Parkstraße),
Nothdurft Ute (Evang. Kindergarten Aufhausen),
Nowak Jasmine (Städt. Kindergarten Einsteinschule),
Paulus Bettina (Elternbeirat),
Prochniak Miroslawa (Kath. Kindergarten St. Elisabeth),
Putz Elisabeth (Städt. Kinderhaus am Tegelberg),
Rausch Kirstine (Evang. Jugendheim-Kindergarten),
Retter Susanne (Städt. Kinderhaus am Tegelberg),
Salber Benita (Kath. Kindergarten Zillerstall),
Schlicht Ruth (Evang. Oberlin-Kindergarten),
Schmidt Alexandra (Städt. Kindergarten Sonnenschein),
Schramm Friederike (Elternbeirat),
Schulz Hans-Werner (Kath. Gesamtkirchengemeinde),
Wagner, Hans Prof. (Moderator),
Staub Kerstin (Städt. Kindergarten Türkheim),
Steitz Mirjam (Evang. Kindergarten Weiler),
Stöhr Nadine (Städt. Kinderhaus Lindenhof),
Uhlenhoff Martina (Institut Eckwälden),
Walter Sandra (Städt. Kindergarten Bleichstraße),
Weber Klara (Städt. Kindergarten Parkstraße),
Winci Renate (Kath. Kindergarten St. Sebastian),
Witziok Marianne (Evang. Kindergarten Aufhausen),
Wulf Andrea (Kath. Kindergarten Zillerstall),
Würz Ilona (Kath. Kindergarten St. Elisabeth).
[Bearbeiten] Verfahrensanweisungen
Zu 4.1.4.
Der Träger gibt seine Ideen mit ein und gibt dem Team Zeit für Informationserwerb, Reflexion, Erarbeitung, Diskussion, Konsensfindung, und Dokumentation. Die Vorbereitung (Tagesordnung) und Moderation übernimmt die Leitung. Die Veranstaltung zur Weiterentwicklung wird fachlich und sachlich von einer benannten Moderatorin geleitet. Die Konzeption wird allen Interessierten zugänglich gemacht.
Zu 4.1.8.
Die Gremien werden von einem/r Vorsitzenden geleitet. Er/Sie lädt zu den Sitzungen ein und sammelt im Vorfeld die Tagesordnungspunkte von allen Mitgliedern und gibt eine Tagesordnung mit der Einladung bekannt. Die Moderation und das Protokoll übernehmen die Gremienmitglieder abwechselnd.
Zu 4.2.3.
Die Erzieherinnen sorgen in altersgemischten Gruppen für Lernerfahrungen, achten allerdings auch auf vorhandene Interessen von Kindern, mit Gleichaltrigen spielen und lernen zu können.
Zu 4.2.7
Die Kinder werden alters- und entwicklungsentsprechend in alltäglichen Aufgaben miteinbezogen. (Tischdienste, Fütterung von Tieren, Blumen gießen, Hilfe bei Reparaturen, Garten- und Beetpflege, Reinigung benutzter Gegenstände)
Zu 4.2.8
Die Erzieherin beachtet in ihrer Arbeit infrastrukturelle Besonderheiten des Umfeldes und nützen entsprechende Gelegenheiten ( Polizei, Feuerwehr, Schwimmbad…). Sie orientieren sich im Tagesablauf sowohl auf die Innenräume der Kindertagesstätte als auch auf die Außenräume, um Umwelterfahrungen möglich zu machen.
Zu 4.2.13
Feststehende Planungen werden gemeinsam mit Kindern vorbereitet, durchgeführt und — wenn möglich — auch mit den Kindern ausgewertet.
Zu 4.2.14
Das Portfolio hat folgenden Inhalt:
- Beobachtungsbögen und Sprachstandserhebungsbögen
- Das „Geislinger Könnensprofil“. Dieses ist ab Eintritt in die Kindertagesstätte zu führen.
- Lerngeschichten
- Elterngespräche mit Ergebnisprotokoll
- Erlebnisse mit Freunden
- Geschehnisse in der Familie
- Kreative Sachen der Kinder (z.B. gemalte Bilder usw.) mit Situationsbeschreibung bzw. Entstehungsgeschichte ��Eine Kooperationsabteilung (Grundschule, Therapeuten, Fachkräfte etc.)
- Aufnahme mit Aufnahmegespräch und Eingewöhnungstagebuch
- Sprachförderung
- Fotos mit Kurzbeschreibung Das Kind wird strukturiert beobachtet. Der Inhalt des Portfolios wird regelmäßig im Rahmen von Fallbesprechung im Team diskutiert. Das Portfolio ist Eigentum des Kindes und der Sorgeberechtigten und darf nur mit deren Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.
Zu 4.3.5.
Dazu gehört auch Information über die besondere Infrastruktur des Wohnumfeldes der Kindertagesstätte und beachten ihre Besonderheiten bei der Planung von Vorhaben, den Gesprächen mit Eltern und bezüglich des eigenen Verhaltens.
Zu 4.3.12.
Die Stellenbeschreibungen sind den Mitarbeiterinnen bekannt und wurden mit ihnen durchgesprochen.
Zu 4.4.2.
Die Leitung ist befähigt, entsprechende Qualitätsstandards zu sichern, Kolleginnen anzuleiten und den Einsatz des Kollegiums angemessen zu planen und gegebenenfalls zu delegieren. Sie führt Beratungs – und Fördergespräche (Mitarbeitergespräche), achtet auf eine fachlich hochwertige Umsetzung der Inhalte des Orientierungsplans und ist verantwortlich für die Sicherheitsvorschriften rund um die Einrichtung.
Zu 4.4.7
Tagesordnung mit Zeitraster, Moderation und Protokoll (roulierendes System)
Zu 4.4.10
Mitarbeitergespräche gelten als Instrument der Führung und Begleitung und werden als solche ständig weiterentwickelt. Diese Gespräche werden entsprechend der Vorgaben geführt. (Personalentwicklungsgespräche, Beratungs- und Fördergespräche, ...)
Zu 4.5.2.
Die Mitarbeiterinnen beteiligen sich aktiv in spezifischen Fachgruppen (z. B. zur integrativen Pädagogik, Psychologie der Ausdrucksformen und Erzählwerte von Kindern, zu pädagogischen Ansätzen im Vergleich, interkulturellem Lernen, Kunst im Kindergarten, zur Zusammenarbeit von Kindergarten und Grundschule u. ä.), die das Ziel haben, die pädagogische Arbeit weiter zu qualifizieren
Zu 4.5.8.
Erkenntnisse aus diesen Fortbildungen werden protokolliert und in Arbeitsmappen gebündelt. Diese sind jederzeit den Teammitgliedern zugänglich und werden thematisch regelmäßig überarbeitet.
Zu 4.6. 8.
Sitzungen finden innerhalb der Einrichtung in einem geeigneten Raum statt. Er ist erwachsenengerecht möbliert, bietet Flächen zur Präsentation von Plakaten und ist moderationsgerecht ausgestattet. (Pin-wand, Flip-Chart..)
Zu 4.7.2.
Die Bezugsperson führt das Aufnahmegespräch. Es findet eine Dokumentation statt (Aufnahmegesprächsbogen). Nachdem das Kind bei der Stadtverwaltung angemeldet worden ist, werden beim ersten Kontakt zwischen Eltern und der Einrichtung Termine für die Schnuppertage und das Aufnahmegespräch festgelegt, sowie die telefonische Erreichbarkeit. Beim Aufnahmegespräch wird die Eingewöhnungsphase mit den Eltern besprochen. Sie sollte im Regelfall 15 Kindergartenbesuchstage umfassen. Es wird ein Eingewöhnungstagebuch geführt, welches mit den Eltern besprochen und reflektiert wird. Nach Bedarf wird die Eingewöhnungsphase verlängert oder verkürzt. Die Gründe hierfür sind schriftlich darzulegen.
Zu 4.7.4.
Die Eltern bekommen zur Vorbereitung des Entwicklungsgesprächs einen Gesprächsleitfaden. Als Grundlage dient das „Geislinger Könnensprofil“ bzw. das Portfolio und der Orientierungsplan. Das Gespräch findet in einem dafür vorgesehenen, freundlichen und erwachsenengerecht eingerichteten Raum statt. Das Gespräch erfolgt nach Einladung und Terminabsprache und sollte 33 zwischen 30 und 45 min dauern. Über das Gespräch wird ein Protokoll geschrieben. Runde Tische finden mindestens einmal jährlich statt. Die Dauer der Gespräche ist von der zu lösenden Problemstellung abhängig. Zum runden Tisch kommen Fachkräfte, Personen vom Jugendamt, Therapeuten usw.. Sitzungen werden protokolliert und ins Portfolio abgelegt. Evtl. Kopien für Jugendamt)
Zu 4.7.12.
Diese wird dokumentiert und in einem extra Ordner im Dienstzimmer abgelegt
Zu 4.8.3.
Dienstbesprechungen zwischen dem jeweiligen Träger und den Leitungen finden mindestens viermal jährlich auf Einladung des Trägers statt (erstrebenswert: einmal monatlich). Der Träger moderiert und gibt eine Tagesordnung heraus, welche durch die Leitung im Vorfeld ergänzt werden kann. Das Protokoll wird im roulierenden System von den Leiterinnen erstellt. Feste Tagesordnungspunkte sind: Neuerungen, Entwicklungen, Reflexion, Planungen, Veränderungen. Die Leiterinnen werden hierfür von der Arbeit am Kind freigestellt.
Zu 4.8.6.
Teambesprechungen werden mindestens einmal im Jahr vom Träger besucht. Die Termine und Themen werden im Vorfeld abgeklärt. Der Träger erhält eine Kopie des Protokolls und legt es bei sich ab.
Zu 4.9.1.
Bis Schuljahresanfang sollten die Kooperationslehrer acht bis zehn Mal in der Kindertagesstätte gewesen sein, um in Zusammenarbeit mit den Teams den Kindern einen nahtlosen Übergang in die Schule und eine (eventuelle, bei Bedarf) frühzeitige Förderung zu ermöglichen.
Zu 4.9.5
Die Erzieherinnen suchen bei Kolleginnen oder externen Fachkräften Unterstützung, wenn besondere Probleme nicht gelöst oder Fragestellungen nicht beantwortet werden können.
Zu 4.10.3.
Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit: z. B. im Internet, durch eine eigene Broschüre, einen Info-Tisch, ein schwarzes Brett in der Einrichtung, Tag der offenen Tür, Jubiläumsveranstaltungen, Ausstellungen, Bazar, Gottesdienst usw.. Als Aktions- und Informationstage können z. B. der Weltkindertag, das interkulturelle Festival, die Berufsinformationstage o.ä. genutzt werden. Die Öffentlichkeit soll damit Einblicke in den Beruf „Erzieherin“ und die Einrichtung „Kindertagesstätte“ bekommen und über aktuelle Veränderungen (Orientierungsplan, Sprachförderung etc.) informiert werden.
Zu 4.10.15
Die Erzieherinnen machen durch das Verteilen von Handzetteln und Flugblättern als Einladungen für Aktionen und Veranstaltungen auf den Kindergarten aufmerksam. Die Erzieherinnen äußern sich durch Leserbriefe zu aktuellen kinderpolitischen Themen. Die Mitarbeiterinnen präsentieren auf Info-Ständen ihre Arbeit und stehen der Öffentlichkeit Rede und Antwort, informieren über die Schwerpunkte ihrer Kindergartenarbeit und präzisieren ihr besonderes Profil in fachlich-sachlicher Unterscheidung zu vergleichbaren Einrichtungen.
Zu 4.11.1.
Die Leitung der Einrichtung organisiert und regelt den Personaleinsatz eigenverantwortlich je nach Bedarf (u. a. Kinderzahl), aber immer im Rahmen der gesetzlichen Regelungen
Zu 4.13.1.
Es gibt Bildungsinseln, Rollenspiel- und Bauecken, genügend Kleidung für Rollenspiele und Konstruktions-/Experimentiermaterial zum Entdecken. Die Spielmaterialien sind sauber, funktionstüchtig und attraktiv. Die Spielmaterialien ermöglichen Entdeckungen und Wahrnehmungen durch Produktionsspiele zum Gestalten, Geschicklichkeits- und Konstruktionsspiele. Denk- und Strategiespiele, Theater- und Bewegungsspiele, Musik-, Schatten und Mobilitätsspiele, Sozial- und Emotionsspiele. Die Erzieherinnen sind aktiv dabei, wenn es um Spielaktivitäten. Sport- und Bewegungsspiele, Rollenspiele oder Konstruktions-/Bauvorhaben geht.
Zu 4.13.5.
Alle Innenräume vermitteln durch ihre Gestaltung eine freundliche, helle Atmosphäre. Im Flur gibt es für Eltern und Besucher eine Sitzgruppe mit Tisch und Regal. Interessierte können hier jederzeit verweilen und finden Materialien zum Kindergarten (Elternzeitschriften, die Konzeption...) Im Eingangsbereich ist ein „Schwarzes Brett“ angebracht, auf dem sich die Mitarbeiter vorstellen (z. B. Ausbildung, eventuelle Zusatzqualifikationen, Aufgaben in der Kindertagesstätte). Gleichzeitig ist im Eingangsbereich ein Wegweiser für Eltern und Besucher (ggf. eine Skizze zur Orientierung). Projektarbeiten von Kindern werden auf gut sichtbaren Freiflächen, auf Regalen oder in Vitrinen ausgestellt und mit kurzem Text dokumentiert. Die einzelnen Räume sind bezüglich ihrer Funktion an den Türen gut lesbar beschriftet (auch mit Symbolen für die Kinder). Die Waschräume für Kinder sind in kälterer bzw. kalter Jahreszeit beheizt, einladend gestaltet und attraktiv dekoriert. Dabei steht die Funktionalität der Waschräume nicht im Vordergrund. Kinder haben während ihres Kindertagesstättenaufenthaltes die Möglichkeit, sich in andere Räume als ihren Gruppenraum zurückzuziehen, um dort zwischendurch besonderen Bedürfnissen nachzugehen (z. B. Nutzung des Kuschelraumes). Auch der Flur kann für Aktivitäten genutzt werden. Die Innenräume sind übersichtlich gestaltet, bieten ausreichend, aber nicht zu viele Materialien. Die Räume haben offene und geschlossene Bereiche, die durch die Bewegung von Möbelstücken, Regalen, Stellwänden variiert werden können.
Zu 4.13.7.
Die Kindertagesstätte hat einen eigenen Namen. Dieser ist am Eingang des Kindergartens deutlich zu lesen. Hinweisschilder an der Straße weisen auf die Kindertagesstätte hin. Außenbeleuchtungen lassen die Zuwege im Dunkeln gut erkennen. Teile des Außengeländes sind überdacht (mit Zeltplanen / Holzüberdachungen), um auch bei Regen draußen sein zu können.
